Jens Spahn | Bildquelle: dpa

Spott-Antrag der FDP Fragen Sie Doktor Spahn

Stand: 07.06.2018 12:41 Uhr

Gesundheitsminister Spahn äußert sich gern und oft zu verschiedenen Themen - häufig mit Verbesserungsvorschlägen. Damit hat er nun den Spott der FDP auf sich gezogen.

Von Christian Thiels, ARD-Hauptstadtstudio

Dass Jens Spahn ein Politiker mit vielen Talenten ist, dürfte schon an seiner beeindruckenden Talkshow-Präsenz erkennbar sein. Ob Migration, Tradition oder Mindestlohn - zu fast allem hat der Bundesgesundheitsminister eine Meinung. Er ist ja auch nicht nur Chef im Gesundheitsressort, sondern auch im CDU-Präsidium und Vorzeige-Konservativer der Union.

Da liegt es aus Sicht der FDP offenbar nahe, dass Spahn auch die Kabinettskollegen mit klugen Ratschlägen und Verbesserungsvorschlägen für deren Ressorts beglücken sollte. Deshalb schlagen die Liberalen vor, dass Spahn nun ein eigenes "Koordinierungs- und Öffentlichkeitsarbeitsbüro" eingerichtet bekommt. Kostenpunkt: 100.000 Euro. So nachzulesen in einem Antrag der FDP zum Etat des Gesundheitsministeriums.

"Falscher Ideenentwicklung entgegenwirken"

Die Begründung des natürlich nicht ganz ernst gemeinten Ansinnens liefern die Liberalen in bissigen Worten: In dem neu einzurichtenden Büro sollten sich "die Bundesminister und Behördenleiter der anderen Ressorts informieren können, welche Vorschläge und Verbesserungsideen" der Bundesminister für Gesundheit für ihre jeweiligen Aufgabenbereiche bereit halte. Zugleich könne Spahn "hierdurch falscher Ideenentwicklung anderer Ressorts entgegenwirken".

Der Minister nahm den liberalen Spott-Antrag im Haushaltsausschuss nach Angaben aus Teilnehmer-Kreisen sehr gelassen auf. Er helfe, wo er könne. Allerdings hält er sich dabei inzwischen sehr zurück. Das letzte Interview, das er zu einem Thema außerhalb seiner Zuständigkeit als Gesundheitsminister gegeben hat, war vor acht Wochen.

Darstellung: