Branche befürchtet Schließungen Schärfere Regeln für Sonnenstudios

Stand: 22.12.2010 16:33 Uhr

Junge Frauen im Solarium. | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb
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Besonders für Jugendliche ist die Sonnenbank gesundheitsgefährdend.

Im Kampf gegen Hautkrebs werden die Vorschriften für Sonnenstudios weiter verschärft: Künftig soll in allen Solarien speziell geschultes Fachpersonal anwesend sein.

Das Umweltministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Saarbrücker Zeitung". Die Verordnung sei bereits vom Kabinett beschlossen und müsse nur noch im Februar vom Bundesrat gebilligt werden. Die Bundesregierung begründet ihr Vorgehen mit dem starken Anstieg der Hautkrebs-Erkrankungen. Deshalb gibt es seit dem vergangenen Jahr bereits ein Solariums-Verbot für Jugendliche bis 18 Jahren. Wer sich im Alter von unter 30 regelmäßig im Solarium bräunt, erhöht sein Hautkrebs-Risiko nach Schätzungen der Deutschen Krebshilfe um 75 Prozent.

Branche befürchtet Schließungen

Die Vorschrift mit 15 Monaten Übergangsfrist käme nach Ansicht des zuständigen Branchenverbandes allerdings einem Verbot der sogenannten Selbstbedienungsstudios gleich. Photomed rechnet deshalb mit der Schließung hunderter Solarien. "Diese Verordnung ist eine Arbeitsplatz- und Unternehmer-Vernichtungsverordnung", sagte Photomed-Geschäftsführer Norbert Schmid-Keiner.

Bestrahlungsstärke muss reduziert werden

Die neue Verordnung sieht neben dem Einsatz von Fachpersonal eine maximale Bestrahlungsstärke für Altgeräte vor, weshalb etwa 90 Prozent der Sonnenbänke ausgetauscht oder umgerüstet werden müssen. Allein die Umrüstung koste pro Gerät bis zu 1500 Euro, sagte Schmid-Keiner. "Das schaffen nur sehr gesunde Betriebe." Gegen die Bestrahlungsstärke erhebt der Verband allerdings keine Einwände, weil es dabei um die Einhaltung europaweiter Standards geht. In Deutschland gibt es etwa 45.000 Sonnenbänke. Die meisten stehen in den bundesweit rund 4000 Solarien, aber es gibt auch einige tausend Geräte in Hotels, Schwimmbädern und Kosmetikstudios. Wegen des vorgeschriebenen Fachpersonals dürften auch dort viele stillgelegt werden.

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