Zwei Pflegerinnen stützen einen Bewohner in einem Pflegeheim. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Sofortprogramm für Pflege Geld allein reicht nicht

Stand: 23.05.2018 21:00 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will mit einem Sofortprogramm die Personalmisere im Pflegebereich reduzieren. Dazu soll es 13.000 Stellen geben. Diese auch zu besetzen werde aber nicht einfach, sagt Spahn in den tagesthemen.

Mit 13.000 zusätzlichen Pflegekräften und mehr Geld will die Bundesregierung eine Trendumkehr in der Alten- und Krankenpflege auslösen. Dies allein werde jedoch nicht reichen, erklärte Gesundheitsminister Spahn in den tagesthemen: Es sei eine Sache, Stellen zu schaffen und zu finanzieren, aber eine andere, sie auch zu zu besetzen.

"Im Moment ist unser Problem nicht, - auch wegen der guten wirtschaftlichen Lage - das Geld“, sagte Spahn. Vielmehr müsse man mehr Menschen ermuntern können, in die Pflege zu gehen, sich ausbilden zu lassen oder zurückzukehren, wenn sie aus Frust oder anderen Gründen aufgehört haben.

Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU, zum Sofortprogramm gegen den Pflegenotstand
tagesthemen 22:20 Uhr, 23.05.2018

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Bessere Arbeitsbedingungen unabdingbar

Dazu müsse als erster Schritt die Selbstausbeutung der Pflegekräfte beendet werden: "Wir wollen die Arbeitsbedingungen verbessern, das heißt in den Krankenhäusern Tarifbezahlung, Tariferhöhung voll refinanzieren, auch in der Altenpflege." Als weitere Maßnahme will Spahn die Digitalisierung vorantreiben, um die Pflegenden bei der Bürokratie zu entlasten.

Dafür halte er trotz des guten Steueraufkommens auch eine Erhöhung des Pflegebeitrags für unvermeidbar,sagte Spahn: Gerade bei dem Thema Pflege gebe es bei den Bedürftigen selbst, bei den pflegenden Angehörigen und auch bei den Pflegekräften eine hohe Akzeptanz dafür, mehr auszugeben und mehr zu investieren. "Wenn wir das wollen, dann ist die ehrliche Ansage, dass das die Gesellschaft auch mehr kostet."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Mai 2018 um 22:20 Uhr.

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