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Die Frauen tragen absichtlich besonders kurze Röcken und tiefe Dekolletés. Mit ihrer Kleidung unterstreichen sie ihren Protest gegen Sexismus, die Verharmlosung von sexueller Gewalt und Schuldzuweisung an die Opfer. In 13 deutschen Städten waren Frauen heute aufgerufen, an den "Slutwalks" (Schlampenmärschen) teilzunehmen.
In Berlin demonstrierten etwa 1000 Teilnehmerinnen für ihr "Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Geschlecht und sexuellem Begehren", wie es in dem im Internet veröffentlichten Aufruf zu der Demonstration heißt. In Frankfurt am Main kamen rund 200 selbst ernannte Schlampen zusammen. Beim "Slutwalk" durch das Frankfurter Bahnhofsviertel trugen sie Transparente, unter anderem mit der Aufschrift "Die Würde der Schlampe ist unantastbar" und "Hübsch, sinnlich, sexy - aber ich will keinen Sex". In Hamburg und Frankfurt gingen gut je 250 Menschen auf die Straße. Auf Plakaten stand etwa: "Sag nein zu Gewalt gegen Frauen" oder "Mein Rock hat nichts mit dir zu tun".
In der Hauptstadt zogen auch zahlreiche Männer mit den Frauen durch die Stadt. Die Grüne Jugend Berlin etwa zeigte sich solidarisch mit den Demonstrantinnen. Dass Frauen durch sexy Kleidung sexuelle Gewalt provozierten, sei ein "Vergewaltigungsmythos" und Ausdruck eines "in unserer Gesellschaft bestehenden Sexismus", sagte der genderpolitische Sprecher, Jan Schnorrenberg. Er nannte die positive Besetzung des Wortes "Schlampe", wie sie die Slutwalks anstrebten, ein "lobenswertes Ziel".
Auslöser der Bewegung, die sich von Kanada über die USA mittlerweile weltweit ausgebreitet hat, war die Äußerung eines kanadischen Polizisten. Vor gut vier Monaten riet er bei einer Universitätsveranstaltung: "Frauen sollten sich nicht wie 'Schlampen' anziehen, wenn sie nicht Opfer sexueller Gewalt werden wollen".

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