Der Kölner Hauptbahnhof | Bildquelle: dpa

Übergriffe in der Kölner Silvesternacht Polizei korrigiert Zahl der Einsatzkräfte nach unten

Stand: 17.03.2016 07:09 Uhr

In der Kölner Silvesternacht wurden offenbar weniger Polizisten am Bahnhof eingesetzt als bisher bekannt. Laut einem Zeitungsbericht korrigierte die Polizei ihre Angaben deutlich nach unten. Statt 140 seien lediglich rund 80 Beamte im Einsatz gewesen.

Zweieinhalb Monate nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht hat die Polizei einem Zeitungsbericht zufolge ihre bisherigen Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten deutlich nach unten korrigiert. Bisher habe die Polizei angegeben, dass im Bereich des Bahnhofs über 140 Landespolizisten im Einsatz gewesen seien, tatsächlich seien es nach heutiger Kenntnis aber rund 60 Beamte weniger gewesen, berichtet der Kölner "Express".

Behördeninterne "Fehlinformation"

Als Grund führte dem Blatt zufolge ein Sprecher der Polizei eine behördeninterne "Fehlinformation in der frühen Phase der Berichterstattung" an. Es seien alle Kräfte der Bereitschaftspolizei und nicht alle eingesetzten Kräfte des Gesamteinsatzes am Bahnhof zusammengezogen worden. Statt über 140 seien also nur gut 80 Beamte vor Ort gewesen.

Nach Informationen des "Express" ist auch diese Zahl nach Mitternacht wegen anderer Einsatzlagen in der Kölner Innenstadt noch einmal reduziert worden. Zum genauen Umfang wollte sich die Polizei demnach "aufgrund der anhängigen Strafermittlungsverfahren gegen eingesetzte Polizisten und Funktionsträger sowie den ehemaligen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers" nicht äußern.

Untersuchungsausschuss im Landtag

In der Silvesternacht hatte es am Kölner Hauptbahnhof massenhafte sexuelle Übergriffe und Diebstähle gegeben. Die Polizei hatte die überwiegend nordafrikanischen Tätern zugeschriebenen Delikte nicht verhindern können. Bei der Staatsanwaltschaft Köln sind bislang mehr als Tausend Anzeigen eingegangen. Der Polizeieinsatz löste viel Kritik aus und wird von einem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags durchleuchtet.

Über dieses Thema berichtete WDR5 am 17. März 2016 um 13:39 Uhr

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