Feuerwerk am Brandenburger Tor 2016 (Quelle:dpa/Jens Kalaene) | Bildquelle: dpa

Silvesterfeiern in Europa Für einen sicheren Rutsch ins neue Jahr

Stand: 31.12.2016 16:12 Uhr

Die größte Silvesterparty Europas findet in Berlin statt: Hunderttausende Menschen begrüßen alljährlich das neue Jahr rund um die Siegessäule. Doch in keinem Jahr zuvor wurde das Fest abgesichert wie in diesem. Das gleiche gilt für viele Städte in ganz Europa.

Betonpoller und gepanzerte Fahrzeuge schützen die Eingänge zu Europas größter Silvesterparty. Insgesamt sind in Berlin 2500 Polizisten aus mehreren Bundesländern unterwegs, 1700 davon rund um die zwei Kilometer lange Partymeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. Die Veranstalter erwarten in diesem Jahr bis zu einer Million Besucher.

Wie in den Jahren zuvor sind auf dem eingezäunten Gelände Böller und Raketen verboten, wie auch Glasflaschen und alkoholische Getränke. Rucksäcke, große Taschen und Koffer dürfen die Eingänge zur Partymeile ebenfalls nicht passieren. Jeder, der mitfeiern will, wird streng kontrolliert.

Hamburg: Videoüberwachung an der Reeperbahn

Nach den übergriffen im vergangenen Jahr will auch die Hamburger Polizei die Silvesterfeiern in der Stadt besonders schützen. 530 Beamte sind an der Reeperbahn und der Großen Freiheit sowie an den Landungsbrücken und auch am Jungfernstieg im Einsatz. Das sind 50 Prozent mehr als an Silvester 2015. Entlang der Reeperbahn werden Überwachungskameras wieder eingeschaltet. Die beliebten Treffpunkte, wo jedes Jahr Tausende Menschen Silvester feiern, werden auch hier durch Betonblöcke oder Fahrbahnsperrungen gesichert.

Silvesterfeuerwerk an der Binnenalster
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Hamburg: Silvester an der Binnenalster

Silvesterfeier am Kölner Dom
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Köln: Feuerwerk am Dom

Die Festmeile vor dem Brandenburger Tor
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Berlin: Die Partymeile

Köln: Zehnmal mehr Polizisten im Einsatz

Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof an Silvester vor einem Jahr soll in diesem Jahr ein Großaufgebot der Polizei verhindern, dass sich ähnliches wiederholt. In der Innenstadt sind mit 1500 Beamten zehnmal mehr unterwegs als im vergangenen Jahr. Rund um den Dom sind Böller und Raketen verboten. Dunkle Ecken und Straßen am Bahnhofsvorplatz und in der Altstadt werden von Leuchtmasten angestrahlt. Auch in Köln sind Betonpoller und Straßensperren aufgebaut worden. Wasserwerfer, Lastwagen und Gruppenfahrzeuge der Polizei sollen die Feiern absichern,

Silvester in Paris: Sicherheitszone am Champs-Élysées

Angesichts der Terrorgefahr mobilisiert Frankreich ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte zum Schutz der Silvesterfeiern. Im ganzen Land seien mehr als 96.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, sagte Innenminister Bruno Le Roux. Allein in Paris und Umgebung sind es 7000 Polizisten und Soldaten.

Besonders strenge Vorkehrungen gibt es rund um den Prachtboulevard Champs-Élysées, wo zum Jahreswechsel mehr als 600.000 Besucher erwartet werden. Wie die Polizei mitteilte, werden Betonklötze, Einsatz-Fahrzeuge und Barrieren als Hindernisse die Zufahrten versperren. Das soll einen Anschlag mit einem Lastwagen wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt und im Sommer in Nizza verhindern.

In Paris fotografieren zahlreiche Menschen das Neujahrsfeuerwerk auf den Champs-Élysées.
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Am Champs-Élysées 2015

Silvesterfeier in London
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Am "London Eye" 2015

Silvester in London: Bewaffnete Sicherheitskräfte in Zügen

In der britischen Hauptstadt fahren erstmals bewaffnete Sicherheitskräfte auch in Zügen und U-Bahnen mit. Barrikaden und Fahrverbote in der Innenstadt sollen verhindern, dass sich Anschläge mit Lastwagen wie in Nizza oder Berlin wiederholen, teilte Scotland Yard mit. Ein Polizeisprecher betonte aber, es handle sich dabei nur um vorsorgliche Sicherheitsmaßnahmen. Man habe "keine konkreten Hinweise" auf Anschlagspläne in London. Wie im vergangenen Jahr sollen rund 3000 Polizisten im Zentrum für Sicherheit sorgen.

Hunderttausende Menschen werden zum Jahreswechsel in der Innenstadt erwartet. Pünktlich zum Glockenschlag des Big Ben um Mitternacht gibt es ein spektakuläres Feuerwerk am Riesenrad "London Eye". Nur wer ein Ticket hat, darf in den abgesperrten Zuschauerbereich am Ufer der Themse hinein.

Silvester in Europa: erhöhte Alarmbereitschaft

Auch in Italien ist man wenige Tage nach der Erschießung des mutmaßlichen Attentäters von Berlin in erhöhter Alarmbereitschaft. In zahlreichen Städten - unter anderem in Turin, Bologna und Venedig - gilt Medienberichten zufolge ein Böllerverbot. In Mailand werden die Sicherheitschecks auf den wichtigsten öffentlichen Plätzen verstärkt. Aus den Stadtzentren von Rom und Neapel wurden Lastwagen verbannt.

Im Madrid werden 1600 zusätzliche Polizisten eingesetzt. Zudem wird die Zahl der Besucher für den beliebten Platz Puerta del Sol im Zentrum - wie schon im vergangenen Jahr - begrenzt. Es gibt scharfe Zugangskontrollen.

In Brüssel, wo im März 16 Menschen durch den IS getötet und 150 weitere verletzt wurden, wurde zeitweilig eine Absage des Feuerwerks erwogen. Vor wenigen Tagen gab der Bürgermeister dann aber doch grünes Licht für das Spektakel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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