Polizisten im Einsatz in der Silvesternacht in Köln | Bildquelle: dpa

Silvester in Köln Waren Nordafrikaner in der Minderheit?

Stand: 13.01.2017 17:31 Uhr

Waren es in der jüngsten Silvesternacht tatsächlich vor allem Nordafrikaner, die am Kölner Hauptbahnhof kontrolliert wurden? Dazu hat die Kölner Polizei jetzt auf einer Pressekonferenz Stellung genommen. Doch wirklich beantworten kann sie diese Frage noch nicht.

Die Kölner Polizei hat eine Zwischenbilanz zu ihrem Einsatz am Hauptbahnhof in der Silvesternacht veröffentlicht und dabei einige frühere Angaben präzisiert. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Nationalität die jungen Männer überwiegend hatten, die in der Nacht des Jahreswechsels von 2016 auf 2017 kontrolliert wurden.

Kölns Polizeipräsident Mathies | Bildquelle: dpa
galerie

"Fast ausschließlich" Nordafrikaner, hatte Kölns Polizeipräsident zunächst gesagt.

Kurz nach Silvester hatte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies mitgeteilt, es habe sich "fast ausschließlich um Nordafrikaner" gehandelt. In der Zwischenbilanz der von Mathies eingesetzten Arbeitsgruppe ist nun aber von 2000 "nordafrikanisch beziehungsweise arabisch" aussehenden jungen Männer die Rede.

Polizei: Angaben nur vorläufig

Diese Männer seien zu Silvester in Gruppen im Bahnhofsumfeld unterwegs gewesen und hätten sich teilweise auch aggressiv verhalten. 674 von ihnen seien überprüft worden, bei 425 sei eine Nationalität festgestellt worden. Demnach stammten unter anderem 99 Menschen aus dem Irak, 94 aus Syrien und 48 aus Afghanistan. Dagegen fanden sich lediglich 17 Marokkaner und 13 Algerier unter den überprüften und bislang identifizierten Personen. Überdies waren unter den Überprüften auch 46 Deutsche.

Ein Polizeisprecher betonte allerdings, dass auch diese Angaben nur vorläufig seien. "Die Nationalitäten, die hier präsentiert sind, sind vielfach Angaben, die wir noch überprüfen müssen." Aus Asylverfahren wisse man, dass sich viele Menschen, besonders Nordafrikaner, als syrische Kriegsflüchtlinge ausgäben. Es sei daher nicht auszuschließen, dass sich unter den Kontrollierten noch eine größere Anzahl junger Männer befinde, die aus nordafrikanischen Staaten wie Algerien oder Marokko stammten, so die Polizei.

Kölner Polizei korrigiert Angaben zur Silvesternacht
tagesschau 20:00 Uhr, 13.01.2017, Ingrid Bertram, WDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Wohl keiner der Kontrollierten schon ein Jahr zuvor am Bahnhof

Laut Polizeipräsident Mathies gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass die kontrollierten Menschen auch beim Jahreswechsel 2015/16 in Köln gewesen waren. Damals war es rund um den Kölner Hauptbahnhof zu massenhaften Diebstählen und sexuellen Übergriffen gegen Frauen gekommen. Die Täter waren vor allem junge Männer aus Nordafrika.

Der Polizei war damals komplettes Versagen vorgeworfen worden. Auch ihre Informationspolitik war in die Kritik geraten. So war in der ersten Pressemitteilung nach der Silvesternacht 2015/2016 noch davon die Rede, die Feierlichkeiten seien "friedlich" verlaufen. Später wurde dann der Vorwurf laut, es sei zu spät darüber informiert worden, dass viel Täter aus demselben Kulturkreis stammten.

Konzept in der Silvesternacht laut Polizei aufgegangen

Um einer Wiederholung solcher Ausschreitungen zu vermeiden, war die Polizei diesmal zu Silvester mit einem Großaufgebot im Bahnhofsumfeld im Einsatz. Dieses Konzept ist nach Darstellung der Polizei aufgegangen. Es habe bis heute lediglich drei Anzeigen wegen Sexualdelikten im Bahnhofsumfeld gegeben. Auch bei Diebstählen sei die Zahl der Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr massiv zurückgegangen.

An der Informationspolitik der Polizei gab es allerdings auch in diesem Jahr wieder Kritik. Auslöser war ein Tweet in der Silvesternacht. Darin hatte es geheißen: "Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen." Mit dem Begriff "Nafris" bezeichnet die Kölner Polizei intern Nordafrikaner, die schon mehrfach durch Straftaten aufgefallen sind. Polizeipräsident Mathies hatte die öffentliche Verwendung dieses Kürzels anschließend bedauert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Januar 2017 um 13:50 Uhr.

Darstellung: