Bundeswehrsoldaten | Bildquelle: dpa

Verteidigungsministerin von der Leyen Bundeswehr soll Flüchtlinge ausbilden

Stand: 12.02.2016 19:21 Uhr

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine zivile Ausbildungsinitiative der Bundeswehr für syrische Flüchtlinge ins Spiel gebracht. Im Hinblick auf die Flüchtlingskrise warb sie für eine europäische Lösung.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in ihrer Eröffnungsrede der Münchner Sicherheitskonferenz eine zivile Ausbildungsinitiative der Bundeswehr für syrische Flüchtlinge in Aussicht gestellt. Die Bundeswehr sei einer der größten und vielseitigsten Arbeitgeber Deutschlands, sagte von der Leyen.

Die Bundeswehr bilde über 100 Berufe aus: vom Elektriker bis zum Feuerwehrmann, vom Maurer bis zum Wassertechniker, vom Minenräumer bis zum Sanitäter, vom Logistiker bis zum Verwaltungsexperten. Die erlernten Kenntnisse könnten den Flüchtlingen helfen, wenn sie eines Tages nach Syrien zurückgingen, wo sie für den Wiederaufbau gebraucht würden. "Wenn wir die unfassbare Zerstörung von Aleppo sehen, wissen wir alle: Es wird für den Wiederaufbau nicht nur neue Steine brauchen", sagte von der Leyen. Vor allem brauche man Menschen mit Zuversicht, und vielfältigen Fähigkeiten.

Die Ministerin räumte ein, dass es bis dahin zwar noch ein weiter Weg sei, aber die jüngsten Erfolge im Irak zeigten, dass die Staatengemeinschaft in der Lage sei, den IS zurückzudrängen, "wenn wir unsere ganze Kraft auf das gemeinsame Ziel ausrichten". Die Lage in Syrien hingegen zeige, was passiere, wenn nicht alle diesem Ansatz folgten. Es gebe eine "Rivalität zwischen den Großmächten und Regionalmächten, die Kraft aus uns saugt". Auch Russland, das Syriens Regierungstruppen mit Luftangriffen unterstützt, habe "gute Gründe, den Terror zu fürchten", sagte die Ministerin.

Von der Leyen stellte auch langfristig Hilfe zum Aufbau von Sicherheitsstrukturen in Syrien in Aussicht. Wenn es "eine anerkannte, eine legitimierte neue syrische Regierung geben" werde, sei in einer zweiten Stufe auch Unterstützung beim Wiederaufbau der syrischen Sicherheitsstrukturen bei Polizei und Militär denkbar. Das liege allerigns noch in weiter Ferne.

Auch die europäische Flüchtlingsgskrise lässt sich laut von der Leyen nicht durch einzelne Maßnahmen lösen. Es brauche in dieser Frage eine europäische Antwort. Ein Kontinent mit 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern könne nicht vor 1,5 bis zwei Millionen Flüchtlingen kapitulieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Februar 2016 um 16:00 Uhr.

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