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Münchner Sicherheitskonferenz Merkel fordert Abgrenzung vom Terrorismus

Stand: 18.02.2017 10:21 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz von islamischen Autoritäten eine klare Abgrenzung vom Terrorismus gefordert. Gleichzeitig betonte sie die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den USA.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Vizepräsident Mike Pence.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von islamischen Autoritäten eine eindeutige Abgrenzung vom Terrorismus gefordert. Sie erwarte "klare Worte" über die Abgrenzung des friedlichen Islam vom Terrorismus im Namen des Islam, sagte Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Dies könnten westliche Politiker nicht so leisten wie islamische Autoritäten.

Merkel betonte zudem die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Ohne die Vereinigten Staaten könne dieser Kampf nicht ausreichend geführt werden. "Wir brauchen die militärische Kraft der Vereinigten Staaten von Amerika", sagte die Kanzlerin. Genauso wichtig sei ihr aber, dass muslimisch geprägte Staaten in den Kampf gegen den Terrorismus mit einbezogen würden.

Angesichts der Abschottungs-Bestrebungen in den USA forderte sie jedoch auch eine Stärkung internationaler Organisationen wie NATO, UN und EU: "Es lohnt sich, für die internationalen, gemeinsamen multilateralen Strukturen zu kämpfen - aber wir müssen sie an vielen Stellen auch verbessern".

NATO-Ziel vermutlich nicht erreicht

Allerdings wolle sie den US-amerikanischen Forderungen nach einer massiven Steigerung der Verteidigungsausgaben nur bedingt nachkommen. Sie bekannte sich zwar zum NATO-Ziel, spätestens im Jahr 2024 mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. Merkel schränkte allerdings ein, Deutschland könne seinen Verteidigungsetat nicht um mehr als acht Prozent im Jahr steigern und würde damit das NATO-Ziel vermutlich nicht erreichen.

Merkel traf bei der Konferenz mit US-Vizepräsident Mike Pence zusammen - es ist die erste Begegnung Merkels mit einem Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump überhaupt. Die künftige US-Außenpolitik steht im Mittelpunkt der diesjährigen Sicherheitskonferenz. Zu Beginn am Freitag hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die neue US-Regierung überraschend deutlich vor Alleingängen in der Außenpolitik gewarnt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2017 um 11:10 Uhr.

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