der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Petr Pavel | Bildquelle: REUTERS

Vergewaltigungsvorwürfe "Das sind ganz klar Fake News"

Stand: 18.02.2017 19:35 Uhr

Der NATO-Militärausschuss-Vorsitzende Pavel warnt vor russischer Desinformation. Der Bericht über Vergewaltigungsvorwürfe gegen Bundeswehrsoldaten basiere nicht auf echten Ereignissen. Ähnlich äußerten sich baltische Spitzenpolitiker auf der Sicherheitskonferenz.

Ein hochrangiger NATO-Vertreter, aber auch die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite und der estnische Außenminister Sven Mikser haben sich besorgt über die mögliche Zunahme von Fake News geäußert.

Streuung von Desinformation

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Petr Pavel, warnt vor der Streuung russischer Desinformationen nach dem Muster eines Berichts über Vergewaltigungsvorwürfe gegen Bundeswehr-Soldaten. Der Bericht, wonach sich deutschsprechende Männer an einer 15-Jährigen in Litauen vergangen haben sollen, "basiert nicht auf echten Ereignissen", sagte der Leiter des höchsten militärischen Gremiums der Allianz. "Das sind ganz klar 'Fake News', und ich glaube, wir sollten davon mehr erwarten."

Litauens Präsidentin Grybauskaite | Bildquelle: dpa
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Litauens Präsidentin Grybauskaite warf Russland vor, Propagandamethoden wie zu Zeiten des Geheimdienstes KGB zu verwenden.

Hinter den Angaben stecke Russland, das unzufrieden wegen der Entsendung von NATO-Truppen nah an seine Grenze sei. Daher werde es wohl auf Mittel wie Propaganda zurückgreifen, um die öffentliche Meinung gegen die Stationierungen zu beeinflussen. "Das wird stärker werden, aber wir werden transparent und konsequent sein", betonte der Tscheche im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

"Propagandamethoden wie zu KGB-Zeiten"

Auch die litauische Präsident Dalia Grybauskaite hat Russland für die Verbreitung des Berichts über eine angebliche Vergewaltigung durch einen Bundeswehr-Soldaten in Litauen verantwortlich gemacht. "Es gibt eine Untersuchung, über welche Server die Meldungen gelaufen sind. Aber wir wissen, wer dahinter steht. Es ist natürlich Russland, das verärgert über die Stationierung der NATO-Soldaten auf unserem Boden ist", sagte Grybauskaite der Nachrichtenagentur Reuters ebenfalls am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Grybauskaite warf Russland vor, Propagandamethoden wie zu Zeiten des Geheimdienstes KGB zu verwenden.

"Ich denke, dass die Geschichte so schnell nach der Stationierung der deutschen Soldaten in unserem Land kam, zeigt, wie verärgert Russland ist", sagte Grybauskaite. "Aber es zeigt auch, wie richtig die Entscheidung des NATO-Gipfels in Warschau war, unsere Abschreckung im Baltikum zu erhöhen." Die litauischen Behörden und auch Medien hätten sehr schnell reagiert und aufgeklärt, dass es sich um eine Falschnachricht handle.

estnischer Außenminister Sven Mikser | Bildquelle: REUTERS
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Auch der estnische Außenminister Sven Mikser warnt vor Falschmeldungen.

"Feindliche Propaganda"

Der estnische Außenminister Mikser sagte, die osteuropäischen Nato-Staaten müssten sich auf russische Destabilisierungsversuche einstellen. "Wir sollten darauf vorbereitet sein, dass mit feindlicher Propaganda und falschen Nachrichten eine feindliche öffentliche Stimmung erzeugt werden soll", betonte Mikser auch mit Blick auf die Vorwürfe gegen die Bundeswehr-Soldaten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Februar 2017 um 22:48 Uhr

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