Rentenbescheid | Bildquelle: dpa

Pläne der Bundesregierung Rentenbeiträge sinken auf 18,7 Prozent

Stand: 06.11.2014 18:48 Uhr

Zum 1. Januar 2015 will die Bundesregierung den Rentenbeitragssatz senken - und zwar von 18,9 auf 18,7 Prozent. "Die Rentenkasse hat wegen der guten wirtschaftlichen Lage hohe Reserven", sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles der Nachrichtenagentur Reuters zur Begründung.

In den vergangenen Wochen hatten sowohl Nahles als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Senkung des Rentenbeitragssatzes schon in Aussicht gestellt. Unklar war bislang allerdings die genaue Höhe. Von dem Schritt erhofft sich die Bundesregierung vor allem weitere wirtschaftliche Impulse. Das sieht auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer so und begrüßte die Ankündigung.

"Jeder Cent wird gebraucht"

Altersarmut | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die Linkspartei fürchtet Verschärfung der Altersarmut.

Kritik kam dagegen von der Linkspartei. Deren rentenpolitischer Sprecher, Matthias Birkwald, mahnte, dass in den vergangenen Monaten die Rücklage für die Rentenversicherung um zwei Milliarden Euro geschrumpft sei. "Die Bundesregierung verschärft die Situation und handelt grob fahrlässig, wenn sie jetzt den Beitragssatz noch senkt." Im Kampf gegen die Altersarmut werde jeder Cent gebraucht. Auch der Sozialverband SoVD kritisierte die Pläne. Statt den Beitragssatz kurzfristig zu senken, müsse die Bundesregierung überfällige Leistungsverbesserungen nachholen.

Auch der Zuschuss des Bundes zur Rente sinkt

Allgemein wird damit gerechnet, dass eine Senkung des Rentenbeitragssatzes um einen Zehntel Prozentpunkt die Einnahmen in der Rentenkasse um eine Milliarde Euro verringert. Die 0,2 Punkte bedeuten also ein Minus von zwei Milliarden Euro. Nach dieser Rechnung wird sich auch der Bundeszuschuss zur Rente von derzeit knapp 85 Milliarden Euro verringern - und zwar um 370 Millionen Euro.

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