"Spezialeinsatzkommando" in Frakturschrift: Blick auf die Beschriftung der Sitze des neuen Panzerwagens "Survivor R" | Bildquelle: dpa

Sächsischer Polizeipanzer Umstrittenes Logo wird entfernt

Stand: 19.12.2017 17:24 Uhr

Mit Frakturschrift und Lorbeerkranz erinnerte ein Logo des sächsischen SEK Kritiker an NS-Ästhetik. Die Stickerei auf den Sitzen eines Fahrzeugs wird nun entfernt. Die öffentliche Diskussion sei für die Entscheidung nicht ausschlaggebend, so das LKA.

Ein wegen seiner Nähe zur NS-Symbolik heftig kritisiertes Logo des sächsischen SEK soll von den Sitzbezügen eines neuen Polizeieinsatzfahrzeuges entfernt werden. Das teilte das Landeskriminalamt in Dresden mit.

Der Entschluss sei "unabhängig von der laufenden öffentlichen Diskussion" getroffen worden, betonte LKA-Sprecher Tom Bernhardt. "Auch wenn das Logo weder Ausdruck einer rechten Gesinnung, ist noch anderweitige ideologische Attitüden erkennen lassen soll, ist der in Teilen der Öffentlichkeit wahrgenommene Kontext unter allen Umständen zu korrigieren."

Logo wird seit 1991 genutzt

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Sitzpolster des gepanzerten Einsatzfahrzeuges "Survivor R" mit einem Logo bestickt sind, das seit 1991 vom sächsischen Spezialeinsatzkommando genutzt wird. Es zeigt - geflügelt und umringt von einem Lorbeerkranz - ein gekröntes und von zwei Löwen gehaltenes sächsisches Wappen.

Darüber und darunter stehen in an Fraktur erinnernder gebrochener Schrift die Worte "Spezialeinsatzkommando" und "Sachsen".

Fraktur war über Jahrhunderte die verbreitete Druckschrift und fand noch zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus als so genannte "deutsche Schrift" vielfach Anwendung.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 18. Dezember 2017 um 00:15 Uhr.

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