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CSU-Chef Horst Seehofer hat den Sturz des früheren Parteivorsitzenden und bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber vor fünf Jahren als "Fehler" bezeichnet. Es sei falsch gewesen, "eine erfolgreiche Persönlichkeit auszuwechseln", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Personalrochaden seien keine Garantie für Erfolg. Dies erlebe zurzeit auch die FDP. Die Erschütterungen, die nach solchen Wechseln entstünden, seien gewaltig. "Die Wogen zu glätten, kostet unheimlich Kraft."
[Bildunterschrift: Ein Bild aus vergangenen Tagen: Unions-Kanzlerkandidat Stoiber und Ex-Gesundheitsminister Seehofer am 23. 07.2002 in Berlin. ]
Seehofer sagte, Parteien kämen bei sinkenden Umfragewerten oft zu "dem kurzsichtigen Schluss, die Person an der Spitze auszuwechseln". Es fehle in Krisensituationen oft die Kraft, die eigentlichen Ursachen auszuleuchten. Hätte die CSU die Analysen, die sie erst nach der Wahlniederlage 2008 angestellt habe, bereits 2007 angestellt, hätte sich die Partei "einiges ersparen können".
Bei der Landtagswahl 2008 hatte die CSU mehr als 17 Prozentpunkte und die absolute Mehrheit verloren. Dem Wahldebakel vorausgegangen war der "Königsmord" von Kreuth. Auslöser waren die Spitzelvorwürfe der damaligen Landrätin Gabriele Pauli gegen Stoiber. Nachdem das CSU-Präsidium einstimmig verkündet hatte, Stoiber "ist und bleibt die Nummer Eins in unserer Partei und in Bayern", verkündete dieser am 9. Januar 2007 auf der Klausur der CSU-Landesgruppe, dass er bis 2013 weiterregieren wolle.
Daraufhin rebellierte die CSU-Landtagsfraktion, die eine Woche später in Kreuth tagte: Sie erklärte Stoibers Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008 für offen, Günther Beckstein und Erwin Huber einigten sich in Kreuth auf die Teilung der Nachfolge als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender.
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