CSU-Parteichef Horst Seehofer | Bildquelle: AFP

Machtkampf in der CSU Seehofer reizt bis an die Schmerzgrenze

Stand: 24.11.2017 21:32 Uhr

Die politische Zukunft von CSU-Chef Seehofer bleibt wohl bis zur Vorstandssitzung im Dezember offen. Sein neues "Beratergremium" könnte einen gesichtswahrenden Ausweg aufzeigen, Herausforderer Söder nicht selbst aufs Schild heben zu müssen, heißt es in der Partei.

Von Sebastian Kraft, BR

Horst Seehofer reizt es aus: Eigentlich wollte er unmittelbar nach den Jamaika-Sondierungen die personellen Weichen für die Zukunft stellen, jetzt hat er sich noch einmal zehn Tage Zeit erbeten und ein "Beratergremium" ins Leben gerufen. Seine Kritiker ballen die Faust in der Tasche - nennen jetzt aber das Datum, wann ihre Geduld zu Ende ist.

Machtkampf in der CSU: Seehofer verschiebt Aussage über Zukunftspläne
tagesschau 20:00 Uhr, 24.11.2017, Sebastian Kraft, BR

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Alles war angerichtet - unzählige Kameras, Übertragungswagen vor der CSU-Landesleitung in München. Wer am Donnerstagabend in die CSU-Landesleitung wollte, konnte dies kaum unbemerkt tun und kam fast nicht an den zahlreichen Medienvertretern ohne ein Statement vorbei. Wie immer bei großen Personalentscheidungen war das Interesse riesig - nur das diesmal keine kam. Alle hatten damit gerechnet, dass sich Seehofer zu seiner Zukunft erklärt - doch der zieht noch einmal alle Register.

"Zusammen 295 Jahre"

Am Tag danach ist bei der CSU also fast alles wie am Tag davor. Die einzige Neuigkeit: Es gibt jetzt ein Beratergremium, das Seehofer bei den Personalentscheidungen unterstützen soll. Es sind die drei angesehensten Persönlichkeiten der Partei, die alle keinerlei Ambitionen mehr haben: die Ehrenvorsitzenden Theo Waigel und Edmund Stoiber, dazu die Landtagspräsidentin Barbara Stamm - und natürlich Seehofer selber. "Zusammen 295 Jahre" ätzt einer. Das Söder-Lager vermutet dahinter eine Finte, denn von den vier genannten ist nur Stoiber ein Fan des ambitionierten Mittelfranken.

Doch Seehofers Gegner wie Freunde machten unmissverständlich klar, das am 4. Dezember Schluss sein muss, eine Entscheidung stehen muss. Selbst die ihm sonst wohlgesonnene Landtagspräsidentin Stamm sagte in der ARD ganz klar: "Das Datum steht, und bis dorthin müssen wir auf jeden Fall soweit sein." Am 15. und 16. Dezember ist CSU-Parteitag in Nürnberg - am 4. Dezember tagt der Vorstand. Mehr Zeit wird Seehofer nicht mehr bekommen.

Bayerns Finanzminister Söder zum Kurs der CSU
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.11.2017

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Gemeint war damit nur der Zeitplan

Die Dramaturgie des gestrigen Tages hat Seehofer selbst geschrieben. Beim Treffen mit der Landtagsfraktion, wo seine größten Kritiker sitzen, ging er sofort auf seine Gegner zu, gab den Zuhörer, mahnte zu Geschlossenheit und Kameradschaft, signalisierte aber auch im Hinblick auf die Personalfragen: "Heute Abend wird alles klar sein." Was zu diesem Zeitpunkt wohl keiner außer Seehofer wusste: Gemeint war damit nur der Zeitplan.

Nach der Sitzung der Fraktion war bereits klar: Personalentscheidungen wer zukünftiger bayerischer Ministerpräsident und wer zukünftiger Parteichef wird - oder möglicherweise sogar beides - werden an diesem Tag nicht fallen. Seehofer selber war es dann aber, der zu erkennen gab: Zu seiner eigenen Zukunft werde er sich am Abend dann vielleicht doch noch äußern - was dann bekanntlich ausblieb.

Markus Söder und Horst Seehofer | Bildquelle: dpa
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Die CSU-Politiker Markus Söder, links, und Horst Seehofer. Eine Lösung ohne Söder würde kaum Ruhe in die Partei bringen, das weiß Seehofer selbst.

Die CSU folgt

Vielleicht ein letztes Mal reizt Seehofer damit die Geduld seiner Parteifreunde bis an die Schmerzgrenze aus. Die CSU folgt - weil alle wissen, dass Geschlossenheit die einzige Möglichkeit ist, um zu alter Stärke zurückzufinden. Und vielleicht - unkt einer - ist das Beratergremium, das von vielen gerade belächelt wird, für Seehofer auch gerade der gesichtswahrende Ausweg, Söder nicht selbst aufs Schild heben zu müssen.

Eine Lösung ohne Söder würde kaum Ruhe in die Partei bringen, das weiß Seehofer selbst. Viel schwieriger dürfte für Seehofer aber die Entscheidung um den Parteivorsitz werden. Will er sich selbst im Spiel halten, müsste er damit rechnen, dass nach seinem Abgang dem ungeliebten Rivalen Söder auch dieses Amt zufällt. Will er das verhindern, müsste er Alexander Dobrindt oder Manfred Weber vorschlagen, die beide in ähnlichem Alter wie Söder sind. Für Seehofer würde das aber dann einen kompletten Abschied bedeuten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2017 um 20:00 Uhr.

Korrespondent

Sebastian Kraft  | Bildquelle: BR, Julia Müller Logo BR

Sebastian Kraft, BR

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