Ferkel in einem Schweinezuchtbetrieb | Bildquelle: dpa

Milliardenschäden befürchtet Angst vor Schweinepest in Deutschland

Stand: 09.01.2018 08:39 Uhr

In der deutschen Landwirtschaft wächst die Angst vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Aus Tschechien und Polen wurden Fälle gemeldet. Landwirtschaftsminister Schmidt rät nun zu strikten Vorsichtsmaßnahmen. Die Viruserkrankung verläuft für infizierte Tiere meist tödlich.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Lage als "durchaus ernst" bezeichnet. "Wir versuchen, uns bestmöglich vorzubereiten", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Schmidt rief zu strikten Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen auf: "Vom Schweinehalter über den Händler bis zum Reisenden muss jeder helfen, die Ausbreitung zu verhindern." Wer aus Osteuropa nach Deutschland komme, dürfe mitgebrachte Wurstwaren nicht unachtsam am Straßenrand wegwerfen. In ihnen könne der Erreger stecken, der dann wiederum Wildschweine infiziere, die sich über solche Abfälle hermachten. Wildschweine gelten als wichtiger Übertragungsweg. Für Schweinehalter sei entscheidend, die Bestände gegenüber Wildschweinen abzuschotten.

Warnung vor Schweinepest | Bildquelle: dpa
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Warnung vor der Schweinepest auf einem Autobahnparkplatz in Mecklenburg-Vorpommern

"Seuche kommt näher"

"Die Seuche kommt näher", hatte am Montag der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Breite sich der Erreger in Deutschland aus, drohe ein "wirtschaftlich katastrophales Szenario". Exportländer würden Schweinefleisch nicht mehr abnehmen, in Deutschland würden die Preise drastisch fallen.

Die möglichen Schäden für die deutsche Landwirtschaft liegen laut Krüsken "bei zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr". Rechne man die Kosten für die Seuchenbekämpfung und die gesamte Ernährungsbranche hinzu, lande man schnell in "zweistelliger Milliardenhöhe". Der Verband befürchtet gar eine neue Existenzkrise für viele Unternehmen. "Käme nach der gerade bewältigten Krise nun eine neue, müsste sicher eine große Zahl von Betrieben aufgeben."

Wildschweine in einem Waldgebiet in Berlin-Tegel | Bildquelle: dpa
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Wildschweine sind Überträger der Krankheit.

Für den Menschen ungefährlich

Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Der Erreger wurde im November in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau bei Wildschweinen nachgewiesen. Auch in Tschechien gab es Fälle.

Die Viruserkrankung verläuft für infizierte Tiere in der Regel tödlich. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Januar 2018 um 11:00 Uhr.

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