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Die Bundesländer müssen vermutlich nicht im vollen Umfang den bestellten Impfstoff gegen die Schweinegrippe vom Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) beziehen. Bei Verhandlungen hätten die Länder "Signale der Kulanz erhalten, einen größeren Teil der überschüssigen Impfstofflieferungen zu stornieren", teilte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Mechthild Ross-Luttmann, mit. Genaue Zahlen nannte die niedersächsische Ressortchefin nicht.
[Bildunterschrift: Mehr als 50 Millionen Dosen Pandemrix bestellten die Bundesländer - und damit deutlich zu viel. ]
Die "harten aber fairen" Verhandlungen seien konstruktiv verlaufen. Das Ergebnis müsse nun noch in den Ländern abgestimmt werden. Nach dem ersten Treffen auf Beamtenebene, an dem neben GSK-Vertretern die Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hessen und Bremen teilnahmen, soll an diesem Freitag eine Telefonkonferenz aller Gesundheitsminister folgen.
Die Länder hatten ursprünglich 50 Millionen Dosen des Impfstoffs "Pandemrix" für mehr als 400 Millionen Euro in der Annahme geordert, damit 30 Prozent der Bevölkerung impfen zu können. Da jedoch eine statt zwei Impfungen ausreichen, bleiben die Länder auf einem Großteil der nun für 60 Prozent der Bevölkerung ausreichenden Dosen sitzen. Zudem ließen sich bislang deutlich weniger Menschen impfen als erwartet.
Um insgesamt nur Impfstoff für 30 Prozent der Bevölkerung bezahlen zu müssen, sollen zudem schon erhaltene Dosen an andere Staaten verkauft werden, in denen noch Bedarf bestehe, zum Beispiel an den Iran oder das Kosovo. Dabei sehen die Länder auch den Bund in der Pflicht, da dieser stets gedrängt habe, deutlich mehr Impfstoff zu bestellen als geplant.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte unterdessen erneut vor einer zweiten Grippewelle. "Der Impfstoff ist nach wie vor notwendig, das Virus ist ja auch noch unter uns", sagte RKI-Präsident Jörg Hacker im ARD-Morgenmagazin. Es sei durchaus möglich, dass im Februar oder März eine zweite Erkrankungswelle komme.
[Bildunterschrift: Maximal zehn Prozent der deutschen Bevölkerung haben sich bislang impfen lassen. ]
Hacker wandte sich gegen Vorwürfe, dass Politik, Wissenschaft und Medien eine unbegründete Hysterie wegen der Schweinegrippe verbreitet hätten. "Als das Virus im Frühjahr auftauchte, wussten wir sehr wenig darüber, wir haben dann gelernt, dass es relativ milde Verläufe gibt, aber es auch immer wieder zu schweren Verläufen kommt." Es sei richtig, dass der Impfstoff sehr schnell hergestellt und zugelassen worden sei.
Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben sich laut RKI bislang mit dem Virus infiziert, 159 sind daran gestorben. Die Neuerkrankungen waren zuletzt allerdings stark zurückgegangen auf 2000 in der vorletzten und 1000 in der vergangenen Woche. Etwa sechs bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland haben sich bislang gegen Schweinegrippe impfen lassen.
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