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[Bildunterschrift: Ein Labormitarbeiter hält einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe in der Hand. ]
In Deutschland sind inzwischen mindestens 19 Menschen nach einer Infektion mit der Schweinegrippe gestorben, zehn davon in den vergangenen zwei Wochen. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden nach eigenen Angaben in der Woche vom 2. bis 8. November knapp 15.000 neue Infektionen gemeldet. Das ist der bislang höchste Wert.
Nach Einschätzung des RKI ist die Zahl der Infizierten in Wirklichkeit aber höher: "Es gehen nicht alle zum Arzt, und nicht jede Infektion wird dem Gesundheitsamt gemeldet", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher.
Seit Samstag gilt zudem eine geänderte Meldeverordnung. Jetzt müssen nur noch laborbestätigte Fälle gemeldet werden. Doch ein Labor soll laut RKI bei weitem nicht in jedem Verdachtsfall eingeschaltet werden: lediglich bei untypischen Beschwerden oder Krankheitsbildern, bei Geimpften, bei einer Verschlechterung trotz Behandlung oder bei älteren Menschen.
[Bildunterschrift: Ein Schweinegrippevirus, aufgenommen von der US-Seuchenkontrollbehörde CDC. ]
Die bislang letzten Todesopfer stammten aus Niedersachsen und Bayern, wie die zuständigen Ämter mitteilten. Bei einem Mann aus Thüringen werde die Todesursache noch geprüft. Das niedersächsische Opfer war eine 52-jährige Frau aus dem Raum Osnabrück. Sie soll an Vorerkrankungen gelitten haben. Die zwei 18 und 57 Jahre alten Männer, die vergangene Woche in Bayern gestorben waren, sollen ebenfalls an einer Vorerkrankung beziehungsweise an einer schweren Lungenentzündung gelitten haben.
Zudem wurde im thüringischen Mühlhausen ein 66-Jähriger tot in seiner Wohnung aufgefunden, der an einer chronischen Atemwegserkrankung litt und den Angaben zufolge am Freitag gegen die Schweinegrippe geimpft worden war. Die Todesursache soll nun geklärt werden.
Der 55 Jahre alte Thüringer, der am Donnerstag wenige Stunden nach seiner Schutzimpfung gegen Schweinegrippe gestorben war, ist der Obduktion zufolge hingegen nicht an der Impfung, sondern an einem Herzinfarkt gestorben.
Der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, warnte unterdessen vor einer verzerrten Wahrnehmung der Gefahren der Schweinegrippe. Natürlich sei jeder Todesfall bedauerlich und tragisch, sagte er. Die Gefahren durch die Schweinegrippe müsse man jedoch am Maßstab der normalen Grippe messen. Auf die herkömmliche Grippe gingen in normalen Jahren bundesweit 6000 bis 7000 Todesfälle zurück.
Das RKI rät, dass insbesondere Kinder und Jugendliche grundsätzlich auf Hygiene achten sollten - beim Husten, Niesen oder Händewaschen. Außerdem sollten sie enge Kontakte untereinander, wie ein Küsschen zur Begrüßung, vermeiden.
[Bildunterschrift: Impfstoff für die Schweinegrippe ]
Unterdessen kritisierte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Gesundheitsministerien der Länder, weil sie die Zahl der Schweinegrippe-Impfungen nicht bekanntgeben würden. "Wir haben alle Bundesländer gebeten, uns Impfzahlen zu übermitteln, aber nur fünf haben uns zugesagt, das auch zu tun und nur drei Bundesländer haben bisher überhaupt Zahlen geliefert", sagte eine Sprecherin des PEI dem "Tagesspiegel". Das PEI ist dafür zuständig, die Nebenwirkungen des Schweinegrippe-Impfstoffes Pandemrix zu überwachen.
Um seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen auszuschließen, sammeln Mitarbeiter des PEI Meldungen von "unerwünschten Ereignissen". Zur Einschätzung des Risikos sei die Gesamtzahl der Impfungen notwendig. Bis zum vergangenen Donnerstag hätten insgesamt 197 Personen Nebenwirkungen gemeldet, berichtete die Sprecherin. Weil jede Nebenwirkung wie Fieber oder Gelenkschmerzen einzeln aufgeführt werde, umfasse die Liste insgesamt 652 "unerwünschte Ereignisse".
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