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Nach dem zögerlichen Start der Impfaktion gegen Schweinegrippe versuchen Bund und Länder nun, die Probleme gemeinsam in den Griff zu bekommen. Das Rezept: ein Impfgipfel.
[Bildunterschrift: Gastgeber des Impf-Gipfels in Berlin: Gesundheitsminister Rösler. ]
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler empfängt die Ressortchefs der Länder, um mit ihnen nach Lösungen für die Probleme wie Lieferengpässe und die Impfmüdigkeit und -verunsicherung der Menschen zu sprechen. An dem Treffen wollen auch die Präsidenten des Paul-Ehrlich- und des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie ein Vertreter des Impfstoff-Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) teilnehmen.
Auf dem Impfgipfel in Berlin wollen sich die Länder zudem absprechen, wie sie zum Beispiel mit Schulen oder Kindergärten umgehen wollen, in denen viele Schweinegrippefälle auftreten.
Ländervertreter hatten dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) zuvor vorgeworfen, zu wenig Impfstoff gegen die Schweinegrippe bereitzustellen. GSK habe erst die Hälfte des wöchentlich zugesagten Impfstoffs Pandemrix geliefert, sagte Heinz Fracke, Abteilungsleiter im thüringischen Gesundheitsministerium.
Die Bundesländer hatten im Juli entschieden, 50 Millionen Dosen Pandemrix bei GSK zu kaufen. Die Auslieferung läuft seit dem 19. Oktober und ist bis Ende Januar vereinbart. Die Bundesländer haben sich vertraglich einen festen Prozentsatz der Wochenproduktion gesichert. Ein GSK-Sprecher hatte die Kritik der Länder gestern zurückgewiesen und erkärt, dass die verbindlichen Zusagen eingehalten worden seien.
Auch die Bundesärztekammer ermahnte die Hersteller des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe dazu, das Serum wie vereinbart zügig zu liefern. Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte im rbb-Inforadio: "So wie diese uns immer daran erinnern, dass wir den Vertrag erfüllen müssen über 50 Millionen Impfdosen, muss man sie daran erinnern, dass sie den Impfstoff auch liefern müssen."
In den vergangenen Tagen war der Impfstoff gegen den sich rasant ausbreitenden Erreger H1N1 vielerorts knapp geworden. Zum Teil mussten Impfungen abgesagt werden. Nach dem drastischen Anstieg der Zahl der Infektionen und mehreren Todesfällen war es zu einem Ansturm auf die Gesundheitsämter und Arztpraxen gekommen.
Derweil kritisierte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Friedrich Hofmann, dass große Teile des Personals in Krankenhäusern und Arztpraxen nicht gegen Schweinegrippe geimpft seien. Dies sei verantwortungslos, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ein nicht geimpfter Arzt laufe Gefahr, Patienten nicht zu heilen, sondern krank zu machen.
Zwölf Menschen sind in Deutschland bisher nach einer Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben. Weit mehr als 40.000 Menschen sind seit April bisher daran erkrankt.
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