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21.11.2009

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Schweinegrippe-Impfstoff: Sonderbehandlung für Beamte und Minister?
Diskussion über Impfstoff

Sonderbehandlung für Beamte und Minister?

Über vermeintliche Zwei-Klassen-Medizin beim Kampf gegen die Schweinegrippe wird seit Tagen gestritten: Denn Staatssekretäre, Minister und die Kanzlerin sollen mit einem anderen Impfstoff versorgt werden als der Rest der Bevölkerung. Ist dieser besser und die Aufregung berechtigt?

Von Bettina Freitag, HR, ARD-Hauptstadtstudio

Karl Lauterbach (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Beide Impfstoffe wirken", meint SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach. Einen Fall von Zwei-Klassen-Medizin kann er nicht erkennen. ]
"Völlig überzogen", nennt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Aufregung. Zwar wird er in Zeitungsmeldungen als Kritiker zitiert, doch trotzdem kann der Bundestagsabgeordnete nicht erkennen, dass Minister und Bundesbeamte beim Impfen besser behandelt werden als andere: "Beide Impfstoffe wirken, beide Impfstoffe sind sicher und beide haben keine gravierenden Nebenwirkungen."

Bestellt hat den angeblich schonenderen Impfstoff "Celvapan" des Pharmaherstellers Baxter das Bundesinnenministerium. Und zwar schon vor längerer Zeit. Damit sollen alle Bundesbediensteten geimpft werden - und dazu zählen auch Staatssekretäre, Minister und die Kanzlerin. Die Bundeswehr setzt dieses Mittel ebenfalls für ihre  Soldaten ein. In den Arztpraxen und Gesundheitszentren dagegen gibt es "Pandemrix" von der Firma GlaxoSmithKline. "Medizinisch kein Problem", findet Lauterbach. Nur in der Außenwirkung sei das unglücklich: "Somit entsteht hier der Eindruck einer Zwei-Klassen-Medizin. Dem ist aber nicht so."

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Heftiger Streit um mögliche Nebenwirkungen

Der Unterschied zwischen beiden Stoffen: Einer besteht aus vollständigen abgetöteten Viren und kommt ohne Verstärker aus, der andere enthält nur noch Bruchteile der Viren und wäre ohne Zusatzstoffe weniger wirksam. Um die Nebenwirkungen dieser zusätzlichen Verstärker wird seit Tagen eine heftige Diskussion geführt. Weshalb das Bundesgesundheitsministerium vorsorglich schon am Mittwoch beruhigen wollte. Staatsekretär Klaus Theo Schröder (SPD) sagte, Nebenwirkungen könne es nach jeder Impfung geben: "Es kann örtliche Hautrötungen, es kann vielleicht Verdickungen an der Einstichstelle geben, in einer kleinen Zahl von Fällen kann auch Fieber auftreten. Aber im Prinzip gibt es keine Unterschiede in den Nebenwirkungen bei den zugelassenen, zur Verfügung stehenden Impfstoffen."

Ein Arzt spritzt einem Patienten ein Mittel gegen Grippe (Archivbild)  (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ist der eine Schweinegrippen-Impfstoff schonender als der andere? ]
Unterschiede gibt es aber in der Herstellung: Weil für Pandremix weniger Virenmaterial benötigt wird, können davon größere Mengen produziert werden. Angesichts einer drohenden Grippewelle gab es für Karl Lauterbach keine Alternative, um in kurzer Zeit für möglichst viele Menschen Impfstoff zu besorgen. Und er warnt, aus lauter Unsicherheit nun ganz auf die Impfung zu verzichten: "Nicht die Nebenwirkungen der Impfungen sind das Problem, sondern die Schweinegrippe. Sie ist viel riskanter als der Laie sich das vorstellt."

Schwangeren wird übrigens ein Impfstoff ohne Verstärker empfohlen - möglicherweise im November soll er zur Verfügung stehen.

Stand: 18.10.2009 19:03 Uhr
 

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