Martin Schulz mit Sigmar Gabriel | Bildquelle: AFP

Sitzung der SPD-Fraktion SPD-Fraktion bejubelt Schulz

Stand: 25.01.2017 13:43 Uhr

Der Beifall war demonstrativ: Mit minutenlangem Applaus und Jubel hat die SPD-Fraktion den künftigen Parteichef und Kanzlerkandidaten Schulz begrüßt. Dieser stimmte sie gleich auf einen langen Wahlkampf ein und streichelte die sozialdemokratische Seele.

Es dürfte ein Empfang nach seinem Geschmack gewesen sein. Mit Jubel und minutenlangem Beifall hat die SPD-Bundestagsfraktion den künftigen Parteichef und Kanzlerkandidaten Martin Schulz begrüßt. Dieser war am Vortag in einer auch für viele Abgeordnete überraschenden Aktion für beide Positionen nominiert worden, nachdem Noch-Parteichef Sigmar Gabriel seinen Rückzug ankündigt hatte.

Trotz - oder vielleicht auch wegen - dieser unerwarteten Entwicklung sprach Fraktionschef Thomas Oppermann von einer "Aufbruchstimmung" und von einem "erfolgreichen Startschuss" für das Wahljahr. Er pries den neuen Frontmann der Sozialdemokraten nach Kräften an. Schulz genieße den "vollen Rückhalt" der Fraktion und zeichne sich durch "große persönliche Glaubwürdigkeit" aus. Schulz spreche die Sprache der Menschen und erreiche sie deshalb.

Viel Applaus für Schulz
tagesschau 17:00 Uhr, 25.01.2017, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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Aufruf zu Selbstbewusstsein

Schulz selbst bat die Fraktion um Unterstützung und rief sie zugleich auf, trotz schlechter Umfragen selbstbewusst in einen langen Bundestagswahlkampf zu ziehen. "Wenn wir Sozis den Menschen zeigen, dass wir an sie denken, dann gewinnen wir die Wahl", sagte er.

Es gebe viele Menschen, die sich erst ganz zum Schluss vor der Wahl entscheiden würden, was sie wählen. Daher lohne sich ein Wahlkampf bis zur letzten Sekunde, wurde Schulz von Teilnehmern zitiert. 

Das Ziel ist das Kanzleramt

Vor der Presse bekräftigte er erneut das Ziel seiner Partei, nach der Bundestagswahl im Herbst die Bundesregierung zu führen. In welcher Konstellation ließ er dabei offen. Stattdessen versuchte er, mit klassischer sozialdemokratischer Rhetorik zu punkten. Der "Respekt vor dem täglichen Kampf" hart arbeitender Menschen müsse im Mittelpunkt sozialdemokratischen Handelns stehen, sagte er.

Zudem müsse die SPD in Zeiten auseinanderfallender Gesellschaften ein "Bollwerk der Demokratie" und ein "Schutzwall" sein - im Inneren wie auch in Europa.

Die Zeiten werden rauer

Mit der Benennung des bisherigen EU-Parlamentspräsidenten schalten die Sozialdemokraten in den Wahlkampfmodus. Schulz sicherte zwar zu, dass seine Partei den Koalitionsvertrag "bis zum letzten Tag" erfüllen werden. Er unterstrich aber auch den Willen, die Erfolge der Koalition als Erfolge der SPD herauszustellen und sie damit als treibende, handelnde Kraft zu präsentieren. Ob die Partei damit Kurs auf ein rot-rot-grünes Bündnis nimmt, ließ der 61-Jährige offen.

In der Begegnung mit den Abgeordneten ging es noch einmal um die Umstände des Rückzug Gabriels und der Bennenung von Schulz. Fraktionschef Thomas Oppermann räumte ein, dass viele Abgeordneten von der Rochade erst aus den Medien erfahren hätten und sich dies anders gewünscht hätten. Zugleich versuchte er, die Debatte mit der Feststellung zu beenden, dies sei gestern gewesen. Ab heute heiße es: "Nicht mehr lamentieren, sondern kämpfen."

Eine Spitze erlaubte sich Oppermann indes doch gegen Gabriel. Als Schulz gefragt wurde, welche Rolle der scheidende Parteichef im Wahlkampf spielen werde, ergriff Oppermann das Wort und sagte mit süffisantem Lächeln: "Eine dienende".

Am Freitag soll vereidigt werden

Gabriel will nach seinem Rückzug neuer Bundesaußenminister werden, da der bisherige Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident wird. Gabriels Ministerposten im Bundeswirtschaftsministerium soll die bisherige Wirtschafts-Staatssekretärin Brigitte Zypries übernehmen.

Beide sollen bereits am Freitag vom Bundestag vereidigt werden. Schulz offizielle Benennung zum Kanzlerkandidaten soll am Sonntag auf einer Vorstandssitzung erfolgen. Für seine Wahl zum Vorsitzenden plant die SPD einen Sonderparteitag Anfang März.

Lob wird gestreut

Führende Parteivertreter hatten am Morgen die gestrigen Personalentscheidungen gelobt. SPD-Generalsekretärin Katharina Barley sagte im ARD-Morgenmagazin, Schulz sei "mit dem Ohr ganz nah bei den Leuten" und verfüge zugleich über eine "wahnsinnige Erfahrung auf dem internationalen Parkett". Die SPD ziehe nun in den Bundestagswahlkampf mit dem Anspruch, die Regierung zu bilden. Sie sei der "Motor" der Großen Koalition gewesen und habe für die Bürger Verbesserungen erreicht.

Die Juso-Vorsitzende Johanna Ueckermann sagte im SWR, Schulz sei "der richtige Kandidat in der jetzigen Zeit". Sie verwies auf sein Engagement gegen Rechtspopulismus und seine Art, Wahlkämpfe zu führen. "Der kann auf jeden Fall Merkel schlagen" zeigte sich Uekermann überzeugt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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