Stühle mit der Aufschrift "London, New York, Paris, Würselen" am SPD-Parteitag | Bildquelle: dpa

Wahl zum SPD-Vorsitzenden "Prozente spielen keine Rolle"

Stand: 18.03.2017 22:57 Uhr

Wird Martin Schulz mit 98, 99 oder gar 100 Prozent zum neuen SPD-Chef gewählt? Am Vorabend des Parteitags in Berlin hat der SPD-Politiker diese Frage als nebensächlich heruntergespielt: "Die Prozente spielen ernsthaft keine Rolle."

Vor seiner Kür zum Kanzlerkandidaten der SPD sieht Martin Schulz dem Wahlergebnis gelassen entgegen. "Ich denke ehrlich gesagt vorher nicht über Prozentzahlen nach", sagte Schulz. Am Ende gehe es darum, die "überwältigende Mehrheit" der Partei hinter sich zu versammeln und einen "Vertrauensvorschuss" zu erhalten. "Dann reicht das, dann muss man nicht auch über Kommastellen hinter Prozentzahlen diskutieren".

Martin Schulz und Katharina Barley vor dem SPD-Parteitag | Bildquelle: dpa
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SPD-Generalsekretärin Katharina Barley und Martin Schulz: Hier findet Schulz' "Krönung" am SPD-Parteitag statt.

Vorbereitung: "In sich gehen und demütig sein"

In der "Arena" in Berlin wird der 61-Jährige am Sonntag als Nachfolger von Sigmar Gabriel den Parteivorsitz übernehmen und offiziell als Kanzlerkandidat bestätigt. Die SPD erwartet rund 3500 Besucher, darunter 500 Journalisten. Der scheidende Parteichef Gabriel hatte auf beide Posten verzichtet. Seit der Nominierung von Schulz durch den SPD-Vorstand Ende Januar haben sich die Umfragewerte der Partei deutlich verbessert. Die Sozialdemokraten liegen inzwischen wieder auf Augenhöhe mit CDU/CSU oberhalb von 30 Prozent.

Schulz setzt im Wahlkampf vor allem auf Gerechtigkeitsthemen und will unter anderem Korrekturen an den arbeitsmarktpolitischen Reformen der Agenda 2010 durchsetzen. Bei dem Hallenrundgang sagte er, auf seine neue Aufgabe bereite er sich vor, "indem man auch ein bisschen in sich geht und demütig ist".

Über dieses Thema berichtete die ARD-Sondersendung "Farbe bekennen" am 19. März 2017 um 18:30 Uhr.

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