Postenverteilung bei SPD

"Gabriel hat sich selbst belastet"

Stand: 09.02.2018 16:54 Uhr

Durch den Verzicht von SPD-Chef Schulz auf den Außenministerposten wachsen die Chancen, dass die SPD-Mitglieder der GroKo zustimmen, meint Thomas Kreutzmann. Ob Gabriel seinen Posten behält, sei nicht sicher.

Die Chancen auf ein Ja der SPD-Mitglieder zum Koalitionsvertrag mit der Union sind nach dem Verzicht von SPD-Chef Martin Schulz auf den Posten des Außenministers gestiegen.

Wenn Schulz und andere SPD-Spitzenpolitiker bislang argumentiert hätten, dass bei den Koalitionsverhandlungen in der Sache und personell viel an Einfluss gewonnen worden sei, so sei dies bislang überlagert gewesen von der Frage, ob Schulz dies nur sage, weil er Außenminister werden wollte. Diese Problematik sei nun vom Tisch, erläutert ARD-Hauptstadtkorrespondent Thomas Kreutzmann.

Dass Sigmar Gabriel Außenminister bleibe, sei hingegen nicht ausgemacht. Denn er habe seinen Konflikt mit Schulz auf die gesamte SPD projiziert, indem er die ganze Partei der Undankbarkeit geziehen habe. Damit habe er sich selbst belastet. Deshalb könne es sein, dass Gabriel trotz der guten Zustimmungswerte in der Bevölkerung nicht Außenminister bleibe.

Your browser doesn't support HTML5 video.

Thomas Kreutzmann, ARD Berlin, mit einer Einschätzung zu Schulz Verzicht

tagesschau 16:00 Uhr, 09.02.2018