Martin Schulz am Tag seiner Wahl zum SPD-Parteivorsitzenden (19.03.2017) | Bildquelle: AFP

SPD-Kanzlerkandidat Schulz skizziert 100-Tage-Programm

Stand: 26.03.2017 03:05 Uhr

Managergehälter begrenzen, Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern abbauen, die EU stärken - SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat in der "Bild am Sonntag" konkrete Vorhaben genannt, die er rasch umsetzen will, sollte er im September gewählt werden.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will sich im Falle eines Wahlsiegs im September als erstes für eine Stärkung der Europäischen Union sowie für die Abschaffung der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen einsetzen. Dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienten als Männer, sei eine der "größten Ungerechtigkeiten", sagte Schulz der "Bild am Sonntag" bei der Skizzierung seines Arbeitsprogramms als möglicher Bundeskanzler.

Managergehälter begrenzen

Er wolle für eine Politik stehen, die sich um die Arbeit und das Leben der ganz normalen Bürger kümmere, sagte er dem Blatt weiter. Dafür wolle er unter anderem die Ausbildung in Pflegeberufen aufwerten und die "absurden Schulgelder" in diesem Bereich abschaffen. Im Gegenzug werde er die Managergehälter nach der Wahl so rasch wie möglich begrenzen, sollte sich die derzeitige Koalition nicht mehr darauf einigen können. "Ich verspreche, dass ich als Kanzler das Gesetz zur Begrenzung von Managergehältern in meinem 100-Tage-Programm umsetzen werde", kündigte Schulz an.

Die aktuellen Haushaltsüberschüsse will Schulz nicht für Steuersenkungen verwenden. Lieber wolle er das Geld in Bildung und die Infrastruktur stecken. Ziel sei unter anderem die "Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Universität oder zum Meister." Als weiteren Punkt seines Kanzlerprogramms nannte er die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Platz in der Ganztagsschule. Ganztagsschulen bezeichnete er "eine Grundvoraussetzung für moderne Bildungs- und Familienpolitik."

Rüstungsausgaben anheben - aber moderat

Die Ausgaben für die Bundeswehr will Schulz nur eingeschränkt steigern. Die Armee brauche mehr Geld und solle es auch bekommen, sagte Schulz der BamS: "Wir sind es unseren Soldatinnen und Soldaten schuldig, dass sie optimal ausgerüstet sind." Eine umfassende Aufrüstung lehnte er jedoch ab. Vielmehr sollten Deutschland und Europa besser darin werden, Krisen zu reduzieren.

Dem jetzigen Außenminister Sigmar Gabriel sicherte Schulz einen Platz in seinem Kabinett zu: "Er wird ganz sicher nach der Bundestagswahl der Bundesregierung angehören", sagte er und fügte hinzu, Gabriel mache als Außenminister einen "super Job".

Martin Schulz skizziert 100-Tage-Programm
S. Maas, DLR
26.03.2017 15:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. März 2017 um 06:04 Uhr

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