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Magen-Darm-Erkrankungen

Nach mehr als 8000 Fällen von Brechdurchfall

Besserung in Sicht - Auslöser weiter gesucht

Experten aus Bund und Ländern suchen mit Hochdruck nach dem Auslöser der massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen in ostdeutschen Schulen und Kindergärten. Die Fachleute der "Task Force" trafen sich auch heute in Berlin. Sie werten Speisepläne aus Kantinen, Essensproben, Lieferwege und Laborergebnisse aus.

Der Höhepunkt der Erkrankungswelle sei inzwischen aber überschritten, glaubt man sowohl im Bundesministerium für Verbraucherschutz als auch in der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Die meisten Erkrankungen seien Mitte vergangener Woche gemeldet worden. Freitagnachmittag seien die Zahlen bereits rückläufig gewesen.

Norovirus: Der Kampf um das Schulessen
tagesthemen 22:45 Uhr, 30.09.2012, Claudia Berlin, MDR

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Das Noro-Virus

Das Noro-Virus ist ein agressiver Magen-Darm-Erreger. Es macht sich mit heftigem Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Meist klingen die Symptome nach etwa 48 Stunden ab. Für sehr junge und sehr alte Menschen ist die Erkrankung gefährlicher, weil deren Immunabwehr oft nicht stark genug ist.

Das Virus ist hoch infektiös. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral oder durch die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die bei dem schwallartigen Erbrechen entstehen. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist Hauptursache für die hohe Zahl an Infektionen. Anstecken kann man sich aber auch durch verunreinigte Speisen oder Getränke. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis 50 Stunden.

Mehr als 8300 Erkrankungen in 342 Einrichtungen bekannt

In Sachsen und Thüringen wurde in einzelnen Fällen das hochansteckende Norovirus nachgewiesen. Insgesamt sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts bislang mehr als 8300 Erkrankungen in 342 Schulen und Kindergärten in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bekannt.

Vor allem Schüler und Kindergartenkinder, aber auch auch einige Lehrer erkrankten an Magen-Darm-Problemen. Allerdings mussten nur sehr wenige von ihnen zur Behandlung ins Krankenhaus, in Berlin waren es nach Angaben einer Sprecherin der Senatsverwaltung nur drei.

Schulen wurden Essenslieferant Sodexo beliefert

Zu ersten Beschwerden war es am Dienstag gekommen. Nach bisherigem Kenntnisstand sollen alle betroffenen Schulen und Kindertagesstätten von dem Essenslieferanten Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim versorgt worden sein. Allerdings sieht sich der Zulieferer nicht verantwortlich: Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte das Unternehmen mit. "Weniger als fünf Prozent der insgesamt von uns belieferten Schulen sind von den Erkrankungen betroffen", sagte ein Sprecher.

Stand: 30.09.2012 13:28 Uhr

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