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Tausende Kinder leiden an Brechdurchfall

Großküche bestreitet Schuld an Krankheitsfällen

In mehreren Bundesländern sind zahlreiche Kinder und Jugendliche mutmaßlich an einer Infektion durch Noro-Viren erkrankt - offenbar durch verunreinigtes Schulessen. Bisher seien mindestens 4000 Fälle bekannt, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Die Erkrankten litten unter Erbrechen und Durchfall. Einige von ihnen hätten stationär behandelt werden müssen.

Essensausgabe in einer Schule
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Tausende Kinder infizierten sich möglicherweise durch verunreinigtes Schulessen.

Krankheitsauslöser sei womöglich die verunreinigte Verpflegung eines Catering-Unternehmens, teilte ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums. Der Anbieter habe die betroffenen Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg beliefert. "Dies legt nahe, dass es sich um einen lebensmittelbedingten Ausbruch handelt", hieß es.

Bund und Länder haben inzwischen eine Ermittlungsgruppe gebildet. Die "Task Force" arbeitet unter Federführung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und soll in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden die Ermittlungen koordinieren.

Das Noro-Virus

Das Noro-Virus ist ein agressiver Magen-Darm-Erreger. Es macht sich mit heftigem Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Meist klingen die Symptome nach etwa 48 Stunden ab. Für sehr junge und sehr alte Menschen ist die Erkrankung gefährlicher, weil deren Immunabwehr oft nicht stark genug ist.

Das Virus ist hoch infektiös. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral oder durch die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die bei dem schwallartigen Erbrechen entstehen. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist Hauptursache für die hohe Zahl an Infektionen. Anstecken kann man sich aber auch durch verunreinigte Speisen oder Getränke. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis 50 Stunden.

Caterer bestreitet Verbindung mit Krankheitsfällen

Das in Rüsselsheim ansässige Catering-Unternehmen Sodexo wies den Vorwurf zurück, die Krankheitsfälle seien durch verunreinigtes oder verdorbenes Essen hervorgerufen worden. "Weniger als fünf Prozent der insgesamt von uns belieferten Schulen sind von den Erkrankungen betroffen", sagte ein Unternehmenssprecher.

"Wir vermuten, dass es sich um eine Noro-Virus-Welle handelt, mit der wir nichts zu tun haben", betonte der Sprecher. "Der Grund dafür, dass fast alle Kinder Essen aus unseren Küchen gegessen haben, ist einfach, dass wir gerade in Deutschland sehr viele Schulen beliefern." Er hoffe, dass es den erkrankten Kindern bald wieder besser gehe.

Tausende Kinder durch Schulessen erkrankt
S. Roth, RBB
28.09.2012 09:31 Uhr

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Man habe "umgehend grundlegende Untersuchungen von Lieferscheinen, Temperaturkontrollen und Speiseplänen" vorgenommen. Zudem seien Proben der ausgelieferten Speisen zur Untersuchung gegeben worden. Die Hygienemaßnahmen in den Küchen seien noch einmal verstärkt worden.

RKI: Noro-Virus bei einigen Erkrankten nachgewiesen

Die Beschwerden begannen überwiegend ab Dienstagabend. Das Sächsische Staatsministerium hatte es geheißen, es bestehe der Verdacht auf Noro-Viren. Den Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums zufolge ist mit einer bundesweiten Ausbreitung zu rechnen.

In Chemnitz seien inzwischen vorsorglich zwei Gymnasien geschlossen worden, in denen sich Krankheitsfälle häuften. Auch in Brandenburg fiel in einigen Schulen des Landes am Freitag der Unterricht aus.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte, dass bei einzelnen Betroffenen das Noro-Virus nachgewiesen worden sei. Die bislang gemeldeten Erkrankungen seien jedoch weitgehend glimpflich verlaufen. Neben dem RKI sind auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingeschaltet.

Stand: 28.09.2012 16:36 Uhr

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