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22.03.2010

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Datenpanne bei SchülerVZ größer als angenommen
Missbrauch von Netzwerkprofilen

Datenpanne bei SchülerVZ größer als angenommen

Erneut sind Datensätze des sozialen Online-Netzwerks SchülerVZ aufgetaucht. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) teilte in Berlin mit, ihm seien mehr als 100.000 Datensätze von SchülerVZ übergeben worden. Enthalten sind demnach auch sensible personenbezogene Daten von solchen Mitgliedern, die ihre Daten nur für Freunde sichtbar in dem Netzwerk veröffentlicht haben.

Sicherheitslücke bereits im Juli behoben

Einer Mitteilung von SchülerVZ zufolge ist die Sicherheitslücke, aus der die Datensätze stammten, bereits im Juli 2009 behoben worden. Es handele sich um ältere Daten mit Informationen zu Geburtsdaten und Geschlecht.

Erst vergangene Woche hatte ein großangelegter Datenmissbrauch beim Online-Forum SchülerVZ für Aufsehen gesorgt. Der mutmaßliche Datendieb, ein 20-Jähriger aus Erlangen, wollte laut Staatsanwaltschaft insgesamt 80.000 Euro vom Netzwerkbetreiber für die Daten erpressen. Er hatte damit gedroht, die Daten anderenfalls ins Ausland zu verkaufen. SchülerVZ zufolge wurden dabei aber nur Daten kopiert, die für alle SchülerVZ-Nutzer sichtbar sind.

Missverständliche Sicherheits-Optionen?

Screenshot der Seite SchülerVZ Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Screenshot der Seite SchülerVZ: Sensible Daten schlecht geschützt? ]
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix hatte heute angesichts der neu aufgetauchten Datensätze von einer "völlig neuen Qualität" gesprochen. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, dass es sich um sensible Daten von SchülerVZ handele, würden die bisherigen Zusicherungen von SchülerVZ Lügen gestraft, sagte er.

SchülerVZ räumte in einer Pressemitteilung ein, dass die Einstellmöglichkeiten bezüglich der Öffentlichkeit der persönlichen Daten missverständlich seien. Das wolle man im Laufe des Tages beheben. Zudem solle die Suche nach Geburtsdatum und Alter deaktiviert werden.

Grundsätzliche Unsicherheit angeprangert

Dem vzbv zufolge wurden die Daten zunächst dem Blog netzpolitik.org zugespielt. Von dort wurden die Datensätze demnach an den vzbv weitergereicht. Der vzbv wiederum habe sie dem Berliner Datenschutzbeauftragten zusammen mit einem Programm übergeben, mit dem die Daten angeblich erlangt wurden.

Der Unbekannte, der die Daten beschafft hat, erklärte nach vzbv-Angaben, sie nicht veröffentlichen zu wollen. Vielmehr sei sein Anliegen, über mangelnde technische Sicherheitsvorkehrungen und die grundsätzliche Unsicherheit von Daten in sozialen Netzwerken aufzuklären.

Bei sozialen Netzwerken können Nutzer ein eigenes Profil anlegen und sich mit Freunden und Bekannten vernetzen. Auch können sie auf den Internetportalen etwa Fotos und Videos veröffentlichen.

Stand: 28.10.2009 17:03 Uhr
 

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