Helmut Schmidt | Bildquelle: dpa

Nachruf Staatsmann und moralische Instanz

Stand: 10.11.2015 15:39 Uhr

Von 1974 bis 1982 war er Bundeskanzler, später meldete er sich als streitbarer Mitherausgeber der "Zeit" bis zuletzt zu Wort: Im Alter von 96 Jahren ist Helmut Schmidt gestorben. Er war einer der prägendsten Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Altkanzler Helmut Schmidt ist tot. Der SPD-Politiker starb im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg, wie sein behandelnder Arzt Heiner Greten mitteilte. Schmidt, der bis zu seinem Tod in seinem Haus im Stadtteil Langenhorn lebte, war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Nachkriegsgeschichte und bis ins hohe Alter gefragt.

Helmut Schmidt | Bildquelle: dpa
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Seine Stimme hatte Gewicht - auch nach dem Ende der politischen Karriere. Bei einer Zigarette ließ sich Helmut Schmidt launige Einschätzungen zum Weltgeschehen entlocken.

Aufstieg und Kanzlerschaft

1918 war Schmidt im Hamburger Stadtteil Barmbek zur Welt gekommen, kämpfte nach dem Abitur im Zweiten Weltkrieg und studierte nach kurzer Kriegsgefangenschaft Staats- und Volkswissenschaft. 1949 kam er als Referent in die Behörde für Wirtschaft und Verkehr in Hamburg. 1953 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt und fiel wegen seiner rhetorischen Begabung auf. Beachtung fand der als "Schmidt-Schnauze" titulierte Politiker als Verkehrs- und Militärexperte und scharfer Kritiker der Regierungen von Konrad Adenauer.

Seinen politischen Durchbruch erreichte er jedoch als Hamburger Innensenator. In dieser Funktion bewältigte er die Sturmflutkatastrophe von 1962. Später sagte er über die kritischen Tage: "Es waren lauter aufgeregte Hühner und einer musste die Sache in die Hand nehmen."

Ins Bundeskabinett zog er später als Verteidigungs- und Finanzminister ein und wurde schließlich 1974 Bundeskanzler. Nach dem Zerbrechen seiner SPD-Koalition mit der FDP wurde er 1982 von Helmut Kohl abgelöst.

Altkanzler Helmut Schmidt im Alter von 96 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 10.11.2015, M. Buth, NDR

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Engagement bei der "Zeit"

Danach trat Schmidt als Mitherausgeber der "Zeit" in Erscheinung und mischte sich immer wieder in die Tagespolitik ein. Anlässlich seines 90. Geburtstags erschienen 2008 in zahlreichen Zeitungen ausführliche Würdigungen Schmidts, die ihn als "nationale Ikone", als "Staatsmann" und als "moralische Autorität" charakterisierten.

Als Errungenschaften seiner Kanzlerschaft wurden immer wieder die Bewältigung der Ölkrise, die erfolgreiche Eindämmung des Terrorismus, die Vorbereitung eines europäischen Währungssystems und der NATO-Doppelbeschluss angeführt. Berühmt wurde sein leidenschaftliches Rauchen in der Öffentlichkeit. Schon seit längerer Zeit hatte Schmidt gesundheitliche Probleme.

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