CDU-Wahlsieger Daniel Günther | Bildquelle: dpa

Wahl im Norden Mit Günther nach Jamaika?

Stand: 07.05.2017 23:38 Uhr

Last-Minute-Kandidat schlägt Amtsinhaber: Überraschend deutlich gewinnt die CDU mit Daniel Günther gegen Regierungschef Albig und seine Küstenkoalition. An der Förde stehen die Zeichen auf Jamaika. Oder auf eine Ampel. Auf jeden Fall kommen Grüne und FDP groß raus.

Nach nur einer Legislaturperiode ist die Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW schon wieder Geschichte an der Förde. Die SPD-geführte Landesregierung unter Ministerpräsident Torsten Albig wurde abgewählt. Eine bittere Niederlage, die in ihrer Deutlichkeit wohl keiner bei der SPD erwartet hatte. Weit unter der 30-Prozent-Marke blieben die Genossen. Albig möchte dennoch gerne weiterregieren, eine kleine Chance bleibt dem 53-Jährigen, seinen Posten zu behalten: die Ampel.

Doch gewonnen hat er: Daniel Günther, ein weitgehend unbekannter CDU-Politiker, der im Herbst als Spitzenkandidat einspringen musste, nachdem der eigentlich vorgesehene Frontmann plötzlich hinschmiss. In einer furiosen Aufholjagd holte er jetzt für die CDU ein Spitzenergebnis. Mehr als 30 Prozent, die SPD weit abgeschlagen. Schleswig-Holstein war schon immer CDU-Land, doch dies hatte kaum jemand erwartet.

Günther beansprucht Regierungsbildung

Das Ergebnis sei ein "klarer Auftrag" an die CDU, Koalitionsgespräche zu führen, sagte Günther. In den tagesthemen kündigte er an, zügig Gespräche mit FDP und Grünen aufzunehmen. Kurs Jamaika. Und wenn SPD-Mann Albig Grüne und FDP doch für sich einnehmen kann? "Es gibt immer Risiken in der Politik", antwortete Günther. Aber die CDU sei klarer Wahlsieger, die SPD abgewählt.

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther im Gespräch mit Caren Miosga
tagesthemen 23:15 Uhr, 07.05.2017

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Albig räumte die Niederlage ein: "Alle unsere Wahlziele haben wir nicht erreicht." Der SPD-Politiker sieht sich aber trotz des zweitschlechtesten Ergebnisses seiner Partei bei einer Landtagswahl im Norden noch nicht in der Opposition: "Eine Ampel ist durchaus denkbar."

SPD-Landeschef und Bundes-Vize Ralf Stegner äußerte sich in den tagesthemen zurückhaltender. "Wir sind die Wahlverlierer", sagte er. Die SPD könne daher keine Ansprüche stellen. Eine Große Koalition lehnte er erneut vehement ab.

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Stegner zum Wahlausgang
tagesthemen 22:00 Uhr, 07.05.2017

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Grüne und FDP - ganz groß

Fakt ist: Bei der Regierungsbildung kommt es entscheidend auf Grüne und FDP an. Beide Parteien holten zweistellige Ergebnisse, mit breiter Brust können sie also in Koalitionsgespräche gehen. Die ersten Pflöcke schlugen sie bereits ein: "Eine Regierung unter der Führung von Torsten Albig kann ich mir schwer vorstellen", sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Und die Grünen: "Die Ampel ist unser Favorit im Vergleich zu Jamaika", so Spitzenkandidatin und Noch-Finanzministerin Monika Heinold. Die kommenden Wochen dürften an der Förde mindestens so spannend werden wie der Wahlkampf.

Wolfgang Kubicki und Daniel Günther | Bildquelle: dpa
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Bald Koalitionspartner? Kubicki und Günther feiern ihre Wahlerfolge.

AfD drin, Piraten und Linke raus

Die AfD schafft den Sprung ins zwölfte Landesparlament, wenn auch nur knapp. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die Partei der dänischen Minderheit und bisherige Mitregierungspartei, erhielt 3,4 Prozent nach 4,6 Prozent vor fünf Jahren. Die Piratenpartei scheitert deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde und wird im Landtag nicht mehr vertreten sein. Die Linkspartei verpasste erneut den Einzug in das Landesparlament.

Auch 2012 war die CDU stärkste Kraft geworden - jedoch ganz knapp. Albig bildete dann mit Grünen und SSW die sogenannte Küstenkoalition, die trotz hauchdünner Mehrheit von einer Stimme geräuschlos und effizient regierte. Erklärtes Wahlziel Albigs war, diese Koalition fortzusetzen - das Ziel hat er verfehlt.

Jamaika oder Ampel - darauf läuft es in Kiel hinaus. Eine rechnerisch ebenfalls mögliche Große Koalition wird sowohl von SPD als auch von der CDU abgelehnt. Das liegt an ausgeprägter gegenseitiger Antipathie und schlechter Erfahrung. Das letzte Bündnis von CDU und SPD hielt mehr als schlecht als recht und scheiterte schließlich 2009 krachend.

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Schleswig-Holstein 2017

Bild: Hochrechnung 01:11 Uhr

Über dieses Thema berichtete die ARD in einer Wahlsendung am 07. Mai 2017 um 17:45 Uhr.

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