Universität Düsseldorf startet Untersuchung Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Stand: 02.05.2012 18:35 Uhr

Bildungsministerin Annette Schavan wird mit dem Vorwurf konfrontiert, sie habe bei ihrer Dissertation unsauber gearbeitet. In einem Internet-Blog werden dazu zahlreiche Stellen aus ihrer Doktorarbeit vor 32 Jahren aufgeführt. Die CDU-Politikerin promovierte 1980 an der Universität Düsseldorf an der Philosophischen Fakultät und bekam den Doktortitel mit der Note "magna cum laude".

Bildungsministerin Annette Schavan | Bildquelle: dpa
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Bildungsministerin Annette Schavan

Bei den in dem Blog aufgeführten Fällen handelt es sich allerdings anders als bei Plagiatsvorwürfen etwa gegen den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg meist nicht darum, dass Quellen nicht genannt werden.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Art und Weise des Zitierens. So wird beanstandet, dass Fußnoten in Absätzen immer direkt nach einem übernommenen Zitat gesetzt wurden, nicht aber nach ebenfalls indirekt übernommenen Sätzen. Angeführt sind 56 Textstellen.

Vorwürfe werden in Düsseldorf geprüft

Die Universität Düsseldorf erklärte, dass sie die Vorwürfe prüfen wolle. Ein Gremium der zuständigen Promotionskommission werde in der nächsten Woche die Arbeit aufnehmen. Wie lange die Prüfung dauert, sei offen.

Schavan kündigte an, dass sie sich einer Diskussion stellen wolle. Zugleich forderte sie den anonymen Verfasser auf, sich zu erkennen zu geben. "Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen", erklärte sie.

"VroniPlag" weist Beteiligung zurück

Die Plagiatsfahnder des Blogs "VroniPlag" weisen eine Beteiligung zurück. Sie hatten mit ihren Recherchen unter anderem für den Entzug des Doktortitels der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin gesorgt. Die Community habe sich entschlossen, den Fall Schavan nicht zu veröffentlichen, sagte "VroniPlag"-Gründer Martin Heidingsfelder.

Mitglieder hätten die Arbeit untersucht, die Verfehlungen aber nicht als gravierend erachtet. "Für mich sieht es nach einem Alleingang von jemandem aus", sagte Heidingsfelder.

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