Finanzminister Wolfgang Schäuble vor Deutschland- und EU-Flaggen | Bildquelle: REUTERS

Kooperation mit der Türkei Schäuble knüpft Wirtschaftshilfe an Yücel-Freilassung

Stand: 12.03.2017 20:03 Uhr

Finanzminister Schäuble sieht Schwierigkeiten bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Türkei, solange dort der "Welt"-Korrespondent Yücel in Haft sitzt. Im ZDF betonte er, Ankara schade sich mit seinem Vorgehen und seiner Kritik unter anderem an Deutschland selbst.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht keinen Spielraum für eine wirtschaftliche Unterstützung der Türkei, solange der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel in dem Land in Haft ist. "Unter diesen Umständen ist es natürlich außergewöhnlich schwierig, daran weiterzuarbeiten", sagte Schäuble im ZDF mit Blick auf Bitten der Türkei um engere Wirtschaftskontakte.

Schäuble erklärte, Deutschland wolle nicht in Justizverfahren in der Türkei eingreifen. "Aber es ist völlig klar: In der jetzigen Situation zerstören die Verantwortlichen in der Türkei die Grundlagen für weitere Fortschritte in der Zusammenarbeit", sagte er und forderte die türkische Regierung auf, sich in ihren Äußerungen zu mäßigen. "Ich hoffe, dass in der Türkei jetzt wieder die Vernunft ausbricht, denn was sie im Augenblick machen mit uns, mit den Niederlanden, mit Dänemark ist natürlich absolut nicht im Interesse der Türkei", sagte Schäuble.

Und er fügte hinzu: "Die Türkei ist mindestens so sehr wie Europa und wir auf Zusammenarbeit angewiesen, aber wenn sie nicht wollen, geht diese Zusammenarbeit nicht." Deshalb habe jetzt auch die EU angefangen, die Mittel für den Beitrittskandidaten zu reduzieren oder zu streichen. "Wir können uns das nicht gefallen lassen. Wir möchten nicht eskalieren, da sind wir alle in der Bundesregierung einig, wir möchten nur, dass die Türkei zur Vernunft zurückkehrt".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. März 2017 um 20:00 Uhr.

Darstellung: