Finanzminister Wolfgang Schäuble vor Deutschland- und EU-Flaggen | Bildquelle: REUTERS

Griechenland-Rettung Schäuble geht von IWF-Beteiligung aus

Stand: 19.02.2017 18:24 Uhr

Heute beraten die Euro-Finanzminister über Griechenland. Entscheidend ist, ob sich das Land an die Auflagen gehalten hat und ob der IWF noch im Boot ist. Bundesfinanzminister Schäuble zeigt sich im "Bericht aus Berlin" gleich doppelt optimistisch.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet doch noch eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den Hilfen für das schuldengeplagte Griechenland. Vergangene Woche deutete er an, über Alternativen nachzudenken, falls sich der IWF nicht beteiligen wolle.

IWF fordert Schuldenerlass

"Wir haben klare Absprachen", sagte Schäuble im "Bericht aus Berlin". Wenn Griechenland die Auflagen erfülle, die mit dem zweiten Programm verbunden sind, werde sich der IWF mit eigenem Programm beteiligen. "Ich gehe davon aus, dass das in den nächsten Wochen erreicht werden wird."

Bisher ist der IWF finanziell noch nicht in das laufende dritte Hilfsprogramm eingestiegen, mit dem die Euro-Partner Griechenland weitere bis zu 86 Milliarden Euro bereitstellen - im Gegenzug für Reformen. Der IWF hält die Schuldenlast Griechenlands für zu hoch und fordert einen Schuldenerlass. "Schuldenerlass geht nach europäischem Recht gar nicht", sagte Schäuble. Dies sei im europäischen Vertrag ausgeschlossen. Schuldenerleichterungen seien aber bereits gemacht worden.

Grexit? "Ich habe doch niemals gedroht."

Es komme darauf an, dass Griechenland die vereinbarten Reformen auch umsetze, um mehr nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu schaffen. Schäuble sieht das Land da auf einem guten Weg: "Ich bin ganz zuversichtlich", so Schäuble. Entscheidend sei, dass Griechenland wieder wettbewerbsfähig werde. "Das ist der Sinn der Programme."

Den Vorwurf, er habe Griechenland mit dem Rauswurf aus der Euro-Zone gedroht, wies Schäuble zurück: "Ich habe doch niemals gedroht." Er fügte hinzu: "Wenn Griechenland die Reformen macht, gibt es kein Problem. Und wenn Griechenland die Reformen nicht machen sollte - aber Griechenland macht die Reformen - dann gibt es ein Problem." Dies sagten alle Beteiligten, auch der IWF. Heute berät Schäuble erneut mit seinen Euro-Finanzministerkollegen in Brüssel über die Griechenland-Hilfen.

Finanzminister beraten über Griechenlandhilfen
morgenmagazin, 20.02.2017, Kerstin Dausend, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Februar 2017 um 18:00 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 20. Februar 2017 um 05:43 Uhr.

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