Sag's mir ins Gesicht

Tagesschau-Aktion "Sag's mir ins Gesicht" Für eine bessere Gesprächskultur

Stand: 02.06.2017 15:13 Uhr

Ein Statement gegen Hass im Netz wollte die Tagesschau mit der Aktion "Sag's mir ins Gesicht" setzen und hat Hasskommentatoren herausgefordert. Das war eine Gratwanderung - mit Erfolg.

Von Anna-Mareike Krause, Teamleitung Socialmedia der Tagesschau

Normalerweise beobachten wir bei der Tagesschau gesellschaftliche Debatten und berichten über sie. Jetzt haben wir uns unüblicherweise eingeschaltet und selbst Position gegen Hass im Netz bezogen - mit der Aktion "Sag´s mir ins Gesicht". Diese Ausnahme haben wir gemacht, weil uns die Kernfrage hinter der Aktion alle etwas angeht: Wie gehen wir eigentlich miteinander um?

Hass im Internet an sich ist nicht neu, aber seit einigen Jahren betrifft er mehr Menschen. Die Auftritte von Medienhäusern haben mittlerweile Millionen User. Auch dadurch haben Hass und Hetze eine Dimension erreicht, die nicht mehr ignoriert werden kann - so auch bei der Tagesschau.

Tagesschau-Aktion "Sag's mir ins Gesicht!"
tagesschau24 15:30 Uhr, 02.06.2017, Leonie Grabler, ARD-aktuell

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Wir als Tagesschau haben auf Facebook mehr als eine Million Fans und damit eine Reichweite, die User für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen - für politische Botschaften, um mit Provokationen Aufmerksamkeit zu bekommen oder für plumpe Hasskommentare.

Mit Reichweite wächst Verantwortung

Mit unserer Reichweite wächst also unsere Verantwortung, uns nicht für die Zwecke Anderer einspannen zu lassen. Aber auch die Verantwortung, unsere Plattform so zu gestalten, dass User sachlich, konstruktiv und respektvoll miteinander diskutieren können. Dieser Verantwortung haben wir uns bei der Tagesschau in den vergangenen Tagen offensiv gestellt.

Eine bessere Diskussionskultur im Netz war eines der zentralen Ziele unserer Aktion "Sag´s mir ins Gesicht". Offensichtlich sind wir damit auf einem guten Weg - zumindest zeigen uns das die vielen Reaktionen der Nutzerinnen und Nutzern, die uns erkennen lassen: Die Mehrheit schätzt es, dass wir Hass und Beleidigungen nicht akzeptieren.

Zwar gab es einzelne Aufrufe zu Protest, doch auch sie können an diesem Bild nichts ändern. Immerhin haben wir mit der Aktion 11 Millionen Menschen erreicht und damit auch Leute, die sich möglicherweise mit dem Thema "Hatespeech" noch nicht intensiv beschäftigt haben, sich aber eine bessere Diskurskultur in digitalen Räumen wünschen. Unserer Erfahrung nach ist das die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzern.

Jeder Mensch ist verletzbar und jeder Mensch verdient es respektvoll behandelt zu werden - auch Journalistinnen und Journalisten wie Kai Gniffke, Anja Reschke und Isabel Schayani. Sie haben - anders als Privatpersonen - eine Infrastruktur, die sie vor Hasskommentaren  schützt. Dazu gehören beispielsweise Redakteurinnen und Redakteure, die in ihrem Namen die zahllosen Kommentare sichten, Pressestellen oder Rechtsabteilungen. Und trotzdem geht Hass an niemandem spurlos vorbei. Daran wollten wir erinnern - besonders diejenigen, die sonst beleidigen oder sogar bedrohen.

Selbst wenn wir nur ein paar von ihnen überzeugen konnten, hat sich die Aktion gelohnt. An allen drei Abenden haben sich auch Menschen gemeldet, die wir kennen, weil sie schon beleidigende oder verleumdende Kommentare oder Tweets geschrieben haben. Also genau diejenigen, die wir mit der Aktion erreichen wollten. Keiner von ihnen hat vor der Kamera ähnlich gehetzt, wie in den eigenen getippten Kommentaren. Wir haben gelernt: Anonym hetzt es sich leichter, als von Angesicht zu Angesicht.

Gegenseitiges Verständnis, respektvoller Umgang

Wir haben für gegenseitiges Verständnis geworben, für einen respektvollen Umgang und dafür, dass es bei der Wortwahl keinen Unterschied macht, ob man persönlich miteinander spricht oder hinter dem Bildschirm versteckt im Internet.

"Wir müssen nicht einer Meinung sein", sagte Isabel Schayani zu den Usern. "Aber ich möchte verstehen, was Ihre rote Linie ist, die Sie nicht überschreiten, weil wir so herausfinden können, wie wir eine bessere Gesprächskultur im Netz entwickeln können." Wir hoffen, das ist mit der Aktion "Sag´s mir ins Gesicht" nicht nur uns bei der Tagesschau gelungen - sondern auch Ihnen, den Nutzerinnen und Nutzer.

Isabel Schayani, WDR, zu Hasskommentaren im Netz
tagesschau24 15:00 Uhr, 02.06.2017

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

Autorin

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Anna-Mareike Krause, tagesschau.de

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