Ehemaliges Hotel Husarenhof in Bautzen brennt | Bildquelle: dpa

Tillich zu Ausschreitungen in Sachsen "Widerlich und abscheulich"

Stand: 21.02.2016 12:14 Uhr

Der sächsische Ministerpräsident Tillich hat die Blockade einer Asylunterkunft in Clausnitz und Schadenfreude über den Brand eines Flüchtlingsheims in Bautzen als "widerlich und abscheulich" verurteilt: "Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher."

Die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Sachsen haben bundesweit für Empörung gesorgt. Nun hat sich auch der sächsische Ministerpräsident geäußert. Stanislaw Tillich verurteilte die stundenlange Blockade eines Busses mit Flüchtlingen in Clausnitz und den unverhohlenen Jubel von Schaulustigen über einen Brand in einer geplanten Bautzener Flüchtlingsunterkunft als "widerlich und abscheulich".

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich | Bildquelle: dpa
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Ministerpräsident Tillich verurteilte die Ausschreitungen scharf.

Die Vorfälle seien erschreckend und schockierend zugleich, sagte Tillich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher." Die Strafverfolgungsbehörden würden konsequent ermitteln und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Solche Taten besudelten "das, was die Menschen an Mut in der friedlichen Revolution aufgebracht haben und den Fleiß beim Wiederaufbau Sachsens".

Schaulustige bejubeln Brand in Flüchtlingsunterkunft

In der vergangenen Nacht wurde in Bautzen das das ehemalige Hotel "Husarenhof" am Rande der Innenstadt in Brand gesteckt; dort sollten ab März bis zu 300 Flüchtlinge Unterkunft finden. Zahlreiche Anwohner und Schaulustige reagierten laut Polizei mit "unverhohlener Freude" auf den Brand. Einige hätten sogar aktiv die Löscharbeiten der Feuerwehr behindert. Zwei betrunkene Jugendliche wurden in Gewahrsam genommen, weil sie die Arbeiten verhindern wollten.

Polizei verteidigt Vorgehen gegen Flüchtlinge bei Protesten in Clausnitz
tagesschau 20:00 Uhr, 20.02.2016, Kati Obermann, MDR

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Clausnitz: Polizei gibt Flüchtlingen Mitschuld

In Clausnitz hatte am Freitag ein wütender Mob von rund 100 Personen stundenlang einen Bus blockiert, der Flüchtlinge zu ihrer Unterkunft bringen sollte. Die Polizei zerrte die verängstigten Flüchtlinge dennoch aus dem Bus. Landes- und Bundespolitiker hatten Kritik am Vorgehen der Polizei geäußert. Diese gab jedoch den Flüchtlingen eine Mitschuld an dem Vorfall: sie hätten "provozierende Gesten" gemacht, deshalb sei "unmittelbarer Zwang" angewendet worden. Die Polizei kündigte sogar an, gegen einige Flüchtlinge zu ermitteln, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt.

"Da läuft etwas verkehrt in Sachsen"

Demo in Zwickau

Im sächsischen Zwickau demonstrierten am Samstag rund 3000 Menschen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Bei Protesten dagegen versammelten sich rund 160 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Zu der Gegendemonstration hatten unter anderem Grüne und die Linkspartei aufgerufen. Laut Polizei blieb das Aufeinandertreffen beider Seiten weitgehend friedlich.

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