Kommentar

Saar-Wahl Ein klarer Wählerauftrag

Stand: 26.03.2017 20:52 Uhr

Am Ende entschied die Landespolitik - und Annegret Kramp-Karrenbauer. Die beliebte Amtsinhaberin setzte sich durch. Doch wurde die SPD nicht abgewählt. Eindeutiger Wählerwunsch: Die Große Koalition soll weitermachen.

Ein Kommentar von Moritz Rödle, ARD-Hauptstadtstudio

Doch die Landespolitik: der Annegret Kramp-Karrenbauer-Effekt entscheidet die Wahl. Für was war sie nicht schon alles im Gespräch. Immer wenn die Union in den vergangenen Jahren ein Amt zu vergeben hatte, wurde früher oder später ein Name genannt: Kramp-Karrenbauer. Egal ob ein Kabinettsposten in Berlin anstand, das Amt der Bundespräsidentin oder sogar die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Alles wurde der Saarländerin schon zugetraut. Bis jetzt waren es am Ende aber doch immer Andere, die zum Zuge kamen. Das könnte sich mit dem heutigen Tag geändert haben. Sofern sie will, kommt man in der Bundes-CDU nach diesem beeindruckenden Wahlsieg an Kramp-Karrenbauer wohl nicht mehr vorbei.

Kramp-Karrenbauer setzt sich durch

Doch damit war noch vor zehn Tagen nicht zu rechnen. Die SPD hatte sich auch dank des Rückenwinds durch Martin Schulz in den Umfragen bis auf Augenhöhe herangearbeitet. Eine Rot-Rote-Koalition schien möglich. Sowohl SPD als auch Linkspartei waren nicht abgeneigt, gemeinsam zu regieren. Zehn Tage später sieht die Welt an der Saar wieder anders aus. Kramp-Karrenbauer hat sich durchgesetzt. Dass die CDU im kleinsten deutschen Flächenland an der 40-Prozent-Prozent Marke steht, hat die Partei wohl zu großen Teilen ihrer Spitzenkandidatin zu verdanken. Gegen Kramp-Karrenbauers außerordentlich gute Beliebtheitswerte, die sonst nur mit denen von Winfried Kretschmann vergleichbar waren, konnte selbst Martin Schulz nichts ausrichten. Den Kramp-Karrenbauer-Effekt hatte fast niemand auf der Rechnung, er war aber stärker als der Schulz-Effekt.

Große Koalition soll weitermachen

Doch die SPD sollte sich nicht grämen. Die Wählerinnen und Wähler haben auch ihre Arbeit in der erfolgreichen Großen Koalition bestätigt. Der Wählerauftrag ist klar formuliert: Die sehr beliebte Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer soll mit der auch beliebten stellvertretenden Regierungschefin Anke Rehlinger von der SPD weitermachen. Am Ende war das Ergebnis doch stärker von der Landespolitik geprägt, als von vielen vorher vermutet. Nur ein Aspekt sollte die Jubelstimmung in der CDU trüben: Offenbar gab trotz des Kramp-Karrenbauer-Effekts die AfD den Ausschlag. Wäre sie knapp nicht in den Landtag eingezogen, dann wäre AKK, wie sie im Saarland von allen genannt wird, heute wohl abgewählt gewesen - trotz des starken CDU-Ergebnisses.

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 26. März 2017 um 22:50 Uhr.

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