Pressekonferenz zur Festnahme eines Terrorverdächtigen in Saarbrücken | Bildquelle: dpa

IS um Geld gebeten Terrorverdächtiger im Saarland gefasst

Stand: 02.01.2017 16:01 Uhr

Der Mann aus Saarbrücken hatte einen Plan: Er wollte Pkw zu Polizeiautos umlackieren, sie mit Sprengstoff bestücken und damit Anschläge verüben. Dazu brauchte er Geld und nahm deshalb Kontakt zum "Islamischen Staat" auf. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Wegen des Verdachts auf Terrorismusfinanzierung hat die Polizei im Saarland einen 38 Jahre alten syrischen Asylbewerber festgenommen. Der Mann wird verdächtigt, im Dezember Kontakt zu einem Mittelsmann aufgenommen und von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) 180.000 Euro gefordert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken mitteilte.

Mit diesem Geld habe er Anschläge in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich vorbereiten wollen. Im einzelnen habe er geplant, Fahrzeuge kaufen, sie zum Teil zu Polizeiautos umzulackieren, sie mit Sprengstoff zu präparieren und dann in eine Menschenmenge zu fahren.

Terrorverdächtiger in Saarbrücken festgenommen
tagesthemen 23:15 Uhr, 02.01.2017, Nils Crauser, SR

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Kontakt über Messengerdienst Telegram

Sondereinsatzkräfte der Polizei nahmen den Mann am Silvestermorgen in seiner Wohnung in Saarbrücken-Burbach fest. Dabei stellten sie auch sein Mobiltelefon sicher. Auf dem Gerät seien Chatverläufe im Messengerdienst Telegram gefunden worden, die die Kontaktaufnahme mit dem IS belegten, so der stellvertretende Landespolizeipräsident Hugo Müller.

In seiner Vernehmung habe der Beschuldigte Kontakte zum IS eingeräumt, terroristische Absichten aber bestritten. Die bisherigen Ermittlungen brachten den Angaben zufolge keine Hinweise darauf, dass das Geld geflossen sei und dass der Mann bereits fertig präparierte Fahrzeuge besaß. Medienberichte, denen zufolge er angegeben habe, er habe mit dem Geld seine Familie in Damaskus unterstützen wollen, kommentierten die Ermittler nicht.

Seit 2014 in Deutschland

Der Verdächtige war laut Behörden im Dezember 2014 nach Deutschland eingereist und hatte im Januar 2015 einen Asylantrag gestellt. Er lebte zunächst für längere Zeit in Hessen, bevor er ab August vergangenen Jahres in Saarbrücken gemeldet war.

Bei seiner Festnahme am frühen Samstagmorgen sei er nicht bewaffnet gewesen, es seien auch keine Waffen gefunden worden. Es habe auch keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung anstehender Silvesterveranstaltungen gegeben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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