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Kampfpanzer-Verkauf nach Saudi-Arabien

Miteigentümer nennt "Leopard 2"-Export Wahnsinn

Im Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) regt sich Widerstand gegen die mögliche Ausfuhr weiterer Kampfpanzer nach Saudi-Arabien. Burkhart von Braunbehrens, der eine der fünf Eigentümerfamilien des Unternehmens vertritt, sagte in einem Interview mit dem Magazin "Stern", dass während der arabischen Revolution die Ausfuhr ein "unmögliches Signal" sei.

Voranfrage beim Bundessicherheitsrat

Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW
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Sorgt auch bei KMW für Ärger: Kampfpanzer "Leopard 2" (Archivbild)

Spanien wolle "Leopard 2"-Panzer aus eigener Lizenzproduktion nach Saudi-Arabien liefern, deshalb habe der Rüstungskonzern beim Bundessicherheitsrat eine Voranfrage zur Genehmigung gestellt, sagte der 71-Jährige weiter. Zwar werde Saudi-Arabien als Bollwerk gegen den Iran gesehen, und Israel habe seinen Einspruch gegen das Geschäft zurückgenommen. Aber in der jetzigen Situation Panzer in das Königreich zu liefern, "wäre Wahnsinn", so Braunbehrens.

Brief an Bundespräsident Gauck

Dazu verstoße der mögliche Verkauf seiner Meinung nach eindeutig gegen die deutsche Exportrichtlinie. Krauss-Maffei Wegmann habe sich bereits an Bundespräsident Joachim Gauck gewandt und ihn gebeten, den Export nicht zu genehmigen. Braunbehrens fügte hinzu, dass er und seine Familienmitglieder entsetzt gewesen seien, als im März 2011 saudische Panzer im Nachbarland Bahrain einfuhren und die Demokratiebewegung niedergeschlagen wurde.

Braunbehrens: Einfluss "sehr begrenzt"

Braunbehrens ist freischaffender Künstler und war in seiner Jugend in der Studentenbewegung aktiv - er beteiligte sich damals unter anderem an Protesten gegen den Vietnam-Krieg. Zwischen 1972 und 1975 arbeitete er nach eigenen Angaben als Journalist bei der "Kommunistischen Volkszeitung". Seine Anteile erbte er vor 45 Jahren - wie viele weitere Mitglieder seiner Familie. Im Interview mit dem ZDF-Magazin "Aspekte" beschrieb er seinen Einfluss auf die Geschäftspolitik des Konzerns als "sehr begrenzt", durch die Vielzahl der Gesellschafter seien Abstimmungsprozesse ähnlich kompliziert wie in einer Aktiengesellschaft.

Die Familie Braunbehrens ist seit einigen Wochen Ziel einer umstrittenen Kampagne der Gruppe "Zentrum für Politische Schönheit". Die Organisation verschickte Patronen an KMW-Teilhaber, um sie zu überzeugen, sich gegen das mögliche Panzergeschäft auszusprechen. Braunbehrens verurteilte die Aktion auf seiner Internetseite als "politische, moralische und intellektuelle Wohlstandsverwahrlosung".

Saudi-Arabien will angeblich 800 "Leos"

Eines "Bild am Sonntag"-Berichts zufolge will Saudi-Arabien bei Kraus-Maffei Wegmann bis zu 800 "Leopard 2"-Kampfpanzer kaufen. Auch in der Bundesregierung soll sich erheblicher Widerstand gegen das Geschäft regen. Während das Bundeskanzleramt sowie die Ministerien für Äußeres und Verteidigung Ablehnung signalisierten, fänden sich im Wirtschaftsministerium auch Befürworter.

Stand: 20.06.2012 15:15 Uhr

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