Das erste Foto, das die Kometensonde "Philae" von der Oberfläche des Kometen geschickt hat.

Forschungslabor setzt auf Kometen auf "Philae": Erstes Foto und Standprobleme

Stand: 12.11.2014 21:24 Uhr

Premiere im Weltall: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist die Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen gelungen. Zehn Jahre, acht Monate und zehn Tage nach dem Raketenstart setzte mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt das Landegerät "Philae" auf dem Himmelskörper "Tschuri" (67P/Tschurjumow-Gerassimenko) auf. Inzwischen schickte "Philae" ein erstes Foto, das bei der Landung aufgenommen wurde.

Foto von der "Tschuri"-Oberfläche aus drei Kilometern Entfernung
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Dieses Foto nahm "Philae" während des Landevorgangs aus drei Kilometern Höhe auf.

Im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt löste die Landung zunächst großen Jubel aus. "Der Tag heute ist historisch", sagte Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. "Wir sind die ersten, denen das gelungen ist. Daran wird man sich erinnern."

Probleme bei der Landung

Später wurde bekannt, dass es beim Landemanöver Probleme gab. Eine Düse zum Aufdrücken von "Philae" auf "Tschuri" habe nicht funktioniert, teilte die ESA mit. Außerdem hätten zwei Harpunen nicht ausgelöst werden können, um mit ihnen das Labor im Boden des Himelskörpers zu verankern. Zudem könnte "Philae" nach dem Aufsetzen womöglich auch noch einmal abgehoben haben, sei aber wieder auf "Tschuri" zurückgekehrt. Noch unklar ist, wie sicher das Forschungslabor nun auf dem Untergrund steht. Die entsprechenden Daten würden überprüft, sagte der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts.

Der Landeplatz namens "Agilkia" wurde sechs Wochen nach dem Einschwenken der Sonde in die Umlaufbahn des Kometen anhand von Bildern und Daten ausgewählt. Das Aufsetzen des Labors war besonders schwierig: Die Oberfläche des Kometen ist mit Gesteinsbrocken übersät, es gibt dort hoch aufragende Felswände und steile Abgründe.

Landeeinheit Philae der Raumsonde Rosetta
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So soll die Landeeinheit Philae auf dem Kometen arbeiten. (ESA-Computergrafik)

Zweifel an Standfestigkeit

"Philae" war an Bord der Raumsonde "Rosetta" zehn Jahre lang zu dem Kometen gereist. Am Mittwochmorgen war es von seinem "Taxi" gelöst worden. "Rosetta" und das Landegerät sollen den Kometen analysieren, um möglichst viel über ihn und den Beginn des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren zu erfahren.

Hinweise auf den Ursprung des Lebens?

Auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens erhoffen sich die Forscher, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren. Bis zum Tag der Landung legte "Rosetta" rund 6,5 Milliarden Kilometer im All zurück. Die Sonde war am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Sie erreichte den Kometen am 6. August nach mehr als 6,5 Milliarden Kilometern. Seither umkreist sie den Himmelskörper.

Deutschland finanziell beteiligt

Deutschland hat sich mit 300 Millionen Euro an der "Rosetta"-Mission beteiligt. Bei der Summe handelt es sich um knapp ein Drittel der Gesamtkosten von einer Milliarde Euro, wie aus einer Mitteilung der Bundeskoordinatorin für die Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries, hervorgeht.

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