Musikfestival Rock am Ring | Bildquelle: dpa

Festival am Nürburgring Terrorgefahr: "Rock am Ring" unterbrochen

Stand: 03.06.2017 01:53 Uhr

Das Festival "Rock am Ring" ist wegen Terrorgefahr unterbrochen worden. Es gebe konkrete Hinweise auf eine "terroristische Gefährdungslage", so die Polizei. Nach ARD-Informationen waren zuvor zwei Verdächtige festgenommen worden, die Ausweise als Helfer für das Festival hatten.

Das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival "Rock am Ring" ist wegen einer "terroristischen Gefährdungslage" unterbrochen worden. Die Polizei in Koblenz begründete die Unterbrechung am Freitagabend mit "konkreten Hinweisen". Details nannte sie nicht.

Hintergrund ist nach ARD-Informationen die Festnahme zweier Personen in Koblenz. Sie sollen Ausweise als Helfer gehabt haben, mit denen sie Zutritt zum Festivalgelände hatten. Einer der in Koblenz Festgenommenen soll verwandt mit einer Person sein, die wegen Terrorverdacht in Haft sitzt.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz teilte am Abend mit, dass die Polizei das Festivalgelände genau untersuchen werde. Es gebe ein paar Punkte, auf die sich die Ermittlungen konzentrierten. Um 11 Uhr will Lewentz eine Pressekonferenz geben, um über Details zu informieren. Es dürfte auch um die Frage gehen, ob das Festival fortgesetzt wird.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stellte sich hinter Lewentz' Entscheidung, das Festival zu unterbrechen. "Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen."

Die Polizei hatte den Veranstalter des dreitägigen Rockfestivals am Abend angewiesen, die Besucher zum Verlassen des Geländes aufzufordern. Das Polizeipräsidium Koblenz betonte, die Unterbrechung sei vorsorglich erfolgt. "Da die Sicherheit an erster Stelle steht und eine Gefährdung von Festivalbesuchern in jedem Fall so weit wie möglich ausgeschlossen werden muss, wurde entschieden, das Festival für diesen Tag auszusetzen", hieß es in einer Erklärung.

Festivalteilnehmer posteten am Abend Videoaufnahmen im Internet. Sie zeigten, wie Scharen von Gästen geordnet den Ausgängen zuströmten. Viele von ihnen sangen "You'll never walk alone". Am späten Abend war das Gelände dann weitgehend geräumt.

Veranstalter hofft auf Fortsetzung

Organisator Marek Lieberberg hofft, dass "Rock am Ring" fortgesetzt und die ausgefallenen Konzerte heute nachgeholt werden können. Emotional stark betroffen von der Unterbrechung des Festivals sagte er: "Ich fühle mich entsetzlich leer und ausgepowert." In Richtung der Polizei betonte er: "Ich hoffe, dass sie mit uns und unseren Fans ebenso umgehen wie bei Fußballspielen, wo am nächsten Tag wieder gespielt wird." Damit bezog er sich auf den Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund, deren Team am nächsten Tag in der Champions League antrat.

Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival "Rock im Park" gingen die Konzerte weiter. Dort treten dieselben Bands in anderer Reihenfolge auf.

Schon vor der Unterbrechung von "Rock am Ring" hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war - auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen - auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden. Organisator Lieberberg hatte zu Beginn des Festivals auf der Hauptbühne an die Opfer von Manchester erinnert.

Die zuständige Polizei Koblenz hat ein Infotelefon eingerichtet.

Polizei KO @Polizei_KO
Wir haben ein Infotelefon für euch eingerichtet:
Nummer: 0800 6565651
#rar2017 #rockamring #rar17

Das Festival "Rock am Ring"

Seit 1985 gibt es das Festival "Rock am Ring" in der Eifel. Mit kurzer Pause wurde es fast drei Jahrzehnte an der legendären Rennstrecke Nürburgring ausgetragen. 2015 und 2016 rockten die Fans dann am nur rund 30 Kilometer entfernten Flugplatz Mendig. Der Name "Rock am Ring" blieb jedoch. Seit diesem Jahr findet das Festival wieder an seinem angestammten Platz statt.

Die Veranstalter hatten mit Blick auf den Anschlag von Manchester "gründliche Einlasskontrollen und Bodychecks" angekündigt. Taschen und Rucksäcke auf dem eigentlichen Festivalgelände wurden untersagt. Die Veranstalter hatten für die drei Tage bis Sonntag mit rund 90.000 Musikfans gerechnet.

Über dieses Thema berichteten am 02. Juni 2017 die tagesthemen um 21:45 Uhr und das nachtmagazin um 01:00 Uhr.

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