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Die NPD kann sich keine Hoffnungen auf das Erbe ihres verstorbenen Gönners Rieger machen. Der wohlhabende Rechtsextremist hat nach Informationen von NDR Info sein komplettes Vermögen seiner Familie vermacht. Das könnte die NPD in Finanznöte bringen.
Von Stefan Schölermann, NDR Info
Der in der vergangenen Woche einem Schlaganfall erlegene Rechtsextremist Jürgen Rieger aus Hamburg hat laut NDR Info ein Testament hinterlassen, in dem allein die Familie begünstigt wird. Die Familie hat keine Bezüge zur rechtsextremen Szene. Sie alleine hat danach zu entscheiden, was mit dem Vermögen des Neonazis geschehen soll.
Der im Alter von 63 Jahren verstorbene Rieger war in den vergangenen Jahren immer wieder durch spektakuläre Immobiliengeschäfte in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt hatte er versucht, in der Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle ein 80-Betten-Hotel für die Gründung eines rechtsextremen Schulungszentrums zu ersteigern. Dieses Problem dürfte sich jetzt ebenso erledigt haben wie viele andere Immobilienprojekte des Hamburger Neonazis in der gesamten Republik.
In dem Ende vergangener Woche in Hamburg vorgefundenen Testament heißt es nach Informationen von NDR Info, dass allein die Kinder von Rieger künftig über die Hinterlassenschaft bestimmen sollen. Zugleich ist in dem Testament festgelegt, dass das Dokument nicht den Gerichten übergeben werden solle.
[Bildunterschrift: Jürgen Rieger hinterließ ein Testament - aber nichts der NPD. ]
Rieger war jahrzehntelang eine Schlüsselfigur der Neonaziszene mit internationalen Verbindungen und einem erheblichem Immobilienbesitz. Treuhänderisch verwaltete er außerdem die Vermögen verblichener Altnazis. Rieger hatte dafür eigens eine in London registrierte Firma namens "Wilhelm Tietjen Stiftung Ltd." gegründet. In deren Namen erwarb er immer wieder Grundstücke, unter anderem im niedersächsischen Landkreis Verden, im thüringischen Pößneck und zuletzt in Faßberg.
Außerdem versorgte er die rechtsextreme NPD wiederholt mit sechsstelligen Krediten. Mit diesem finanziellen Hintergrund sorgte er für seine Wahl zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der rechtsextremen Partei. Zugleich war er Landesvorsitzender der NPD in Hamburg.
Experten gehen davon aus, dass Riegers Grundstückspläne damit der Vergangenheit angehören, da er nach Informationen von NDR Info testamentarisch keinen Bevollmächtigten für seine Londoner Firma eingesetzt hatte.
Das Testament könnte aber vor allem die finanziell klamme NPD vor Probleme stellen, denn Riegers Familie könnte die der Partei gewährten Darlehen zurückfordern. NDR Info liegen Dokumente vor, die belegen, dass Rieger allein für den Landtagswahlkampf der rechtsextremen NPD in Mecklenburg-Vorpommern rund 270.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte.
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