Vier Rentner im Herbst | Bildquelle: dpa

Prognose der Rentenversicherung Renten steigen um bis zu zwei Prozent

Stand: 10.11.2016 10:40 Uhr

Die Renten werden 2017 voraussichtlich nicht mehr so stark ansteigen wie in diesem Jahr. Laut Prognose der Deutschen Rentenversicherung erhöhen sie sich um voraussichtlich bis zu zwei Prozent. Langfristig bleibt die Entwicklung günstig.

Von Jens Wiening, ARD-Hauptstadtstudio

Die Rentner dürfen im kommenden Jahr ein Rentenplus zwischen 1,5 und 2 Prozent erwarten. Die genauen Zahlen stehen aber erst im Frühjahr fest, sagte Axel Reimann, Vorsitzender der Deutschen Rentenversicherung.

Und auch beim Rentenniveau ist die Situation entspannter als die aktuelle politische Diskussion. Im laufenden Jahr steigt das Rentenniveau leicht auf 48 Prozent. Im kommenden Jahr erwartet Reimann sogar 48,2 Prozent. Bis 2021 soll das Rentenniveau weitgehend stabil bleiben. Und auch die Rentenbeiträge bleiben laut den Prognosen konstant: 18,7 Prozent bis 2021. Grund dafür ist vor allem die gute Lage am Arbeitsmarkt.

"Die Rentenversicherung ist gut aufgestellt", sagt Alexander Gunkel, der die Arbeitgeber im Vorstand der deutschen Rentenversicherung vertritt. Er wünscht sich von der Berliner Koalition aber noch die Neugestaltung der betrieblichen Altersvorsorge. Die soll auch kommen, der Gesetzentwurf ist gerade in der Abstimmung zwischen den Ministerien. Die Angleichung der Ost-West-Renten und Lösungen für die Rentenprobleme von Selbstständigen seien zwar auch wichtig, aber es bestehe kein zwingender Handlungsbedarf. Selbstständige haben ein doppelt so hohes Risiko im Alter in die Grundsicherung zu fallen wie normale Arbeitnehmer.

Verlängerung der Lebensarbeitszeit?

Der Blick in die Zukunft ist weniger gut: Ab 2021 dürften die Beiträge deutlich steigen und das Rentenniveau sinken, den Prognosen zufolge bis 2045 auf 41,7 Prozent - und damit deutlich unter die aktuell festgeschriebene Untergrenze von 43 Prozent. Deshalb bringt Alexander Gunkel die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ins Spiel, die auch in Berlin heiß diskutiert wird: "Langfristig geht aus meiner Sicht kein Weg daran vorbei, um hier nicht zu einem zu großen Auseinanderdriften von Löhnen und Renten zu kommen, dass wir eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze vornehmen, bevor das Rentenalter auf 67 Jahre angehoben worden ist. Man sollte im nächsten Jahrzehnt eine solche Entscheidung treffen, auf der Grundlage dessen, wie sich die Lebenserwartung bis dahin weiter verändert."

Für Gunkel wäre langfristig ein Rentenniveau von 42 Prozent akzeptabel - plus betriebliche und private Altersvorsorge. Annelie Buntenbach, die für die Gewerkschaften im Vorstand der deutschen Rentenversicherung vertreten ist, weist darauf hin, dass schon jetzt die Arbeitnehmer vier Prozent für die Riesterversicherung aufbringen müssten, um die Rentenlücken zu schließen: "Ein Rentenniveau von 42 Prozent ist komplett indiskutabel. Wenn wir auf 42 Prozent runtergehen beim Rentenniveau, dann müsste noch mehr als vier Prozent gespart werden. Das ist gerade für die jungen Leute unglaublich teuer. Man wirft der Versicherungswirtschaft eine Menge zusätzliches Geld hinterher und die einzigen, die davon profitieren würden neben der Versicherungswirtschaft sind die Arbeitgeber, die paritätisch nur am Teil der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligt wären."

Rentenkonzept wird im November vorgestellt

Es ist also aktuell keine große Notlage in der Rentenkasse dank der guten Beschäftigung, aber mittel- und langfristig wird die Politik gegensteuern. Am 24. November trifft sich die Koalition noch einmal zum Thema Rente. Und Arbeitsministerin Andrea Nahles will im Umfeld dieses Termins ihr Rentenkonzept vorstellen. Da dürften aber vor allem die oft zitierten Haltelinien das größte Thema sein: Wie hoch dürfen die Beiträge steigen, und wie niedrig darf das Rentenniveau sinken?

Rentenniveau und Beiträge bleiben vorerst stabil
Jens Wiening, WDR
10.11.2016 11:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. November 2016 um 10:00 Uhr.

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