Henriette Reker | Bildquelle: REUTERS

Aufregung im Netz Kritik und Spott nach "Armlängen"-Tipp

Stand: 06.01.2016 09:57 Uhr

Kölns Bürgermeisterin Reker hat es sicher gut gemeint, als sie auf einer Pressekonferenz die Frage beantwortete, wie sich Frauen vor Angriffen wie in der Silvesternacht schützen können. Doch ihre Empfehlung kommt bei den Usern im Netz gar nicht gut an.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker sorgt mit einer Verhaltensempfehlung für Frauen nach den Übergriffen in der Silvesternacht für Aufregung im Internet. Mit Spott und Kritik reagieren User auf Rekers Äußerung bei der Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Die parteilose Bürgermeisterin hatte auf die Frage, wie man sich als Frau besser schützen könne, geantwortet:

"Es ist immer eine Möglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Armlänge betrifft."

Kölns Bürgermeisterin Reker äußert sich vor Presse zu den Übergriffen in der Silvesternacht
06.01.2016

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Unter dem Hashtag #einearmlaenge wird die Diskussion auf Twitter geführt. Ein User schrieb dort: "Ich könnte platzen! Bekommen Frauen jetzt eine Mitschuld, wenn sie sich nicht an die Verhaltensregeln halten?" Ein anderer kommentierte ironisch: "Banken sollten vielleicht besser #einearmlaenge Abstand von Bankräubern halten."

Nikolas Sobania @liebezumsport
Bei dieser #einearmlaenge fragt man sich doch auch, wer #Politiker berät oder ob die tatsächlich selber auf diese Ideen kommen #koelnbhf
Gedankengewitter @Swareel
Frau Reker, Verhaltensregeln für Opfer aufzustellen entspricht nicht meiner Vorstellung von einer rechtstaatlichen Lösung! #einearmlaenge

Kritik auch vom Justizminister

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) schaltete sich in die Debatte ein. Er wies den Vorschlag der Kölner Bürgermeisterin Reker auf Twitter zurück. Davon halte er "rein gar nichts". Nicht die Frauen, sondern die Täter trügen Verantwortung.

Heiko Maas @HeikoMaas
Von Verhaltenstipps für Frauen wie #einearmlaenge halte ich rein gar nichts. Nicht Frauen tragen Verantwortung, sondern Täter. #koelnbhf

Vor dem Kölner Hauptbahnhof hatte es in der Silvesternacht massive Übergriffe auf Frauen gegeben. Nach Angaben der Polizei waren sie von Männergruppen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt worden. In einem Fall ermittelt die Polizei auch wegen des Verdachts der Vergewaltigung.

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