Polizisten stehen vor einem Wohnhaus in Pliening in Bayern. | Bildquelle: dpa

In drei Bundesländern Großrazzia gegen Reichsbürger

Stand: 07.02.2017 16:40 Uhr

Es geht um bandenmäßige Urkundenfälschung und Amtsanmaßung: In Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat die Polizei Wohnungen und Geschäftsräume von Reichsbürgern durchsucht. 250 Beamte waren beteiligt.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit insgesamt 250 Einsatzkräften in drei Bundesländern gegen sogenannte Reichsbürger vorgegangen. Die Razzia in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz richtete sich gegen insgesamt 16 Tatverdächtige, denen banden- und gewerbsmäßige Urkundenfälschung vorgeworfen wird, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt mitteilte. Insgesamt seien 15 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden, wegen der Gefährlichkeit der Reichsbürger zum Teil mit Hilfe von Spezialeinheiten.

Großrazzia gegen "Reichsbürger" in drei Bundesländern
tagesschau 15:00 Uhr, 07.02.2017, Mirjam Kottmann, BR

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Grundlage der Razzia gegen die in Teilen rechtsextremen Reichsbürger war ein vor einigen Wochen eingeleitetes Verfahren der Staatsanwaltschaft München II. Es bestehe der dringende Verdacht, dass sieben der Beschuldigten als Vertreter eines selbst ernannten "Bundesstaats Bayern" agieren, bei den übrigen Beschuldigten handle es sich um Sympathisanten und Käufer der "Urkunden" wie Ausweise und Führerscheine dieses selbst ernannten Staats. Ziel der Beschuldigten im Alter von 40 bis 62 Jahren - darunter 14 Männer und zwei Frauen - sei die Schaffung eines "Deutschen Reichs".

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Stattdessen behaupten sie, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Die Bewegung wird inzwischen bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Februar 2017 um 12:00 Uhr.

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