EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm Botschaften bleiben hochaktuell

Stand: 31.10.2016 23:21 Uhr

Ist die Kirche noch modern genug? Immerhin verzeichnen katholische und evangelische Gemeinden einen stetigen Mitgliederschwund. Trotzdem sagt der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm: Ja, die Botschaften des Glaubens sind aktuell - und sollten auch im politischen Leben Vorbild sein.

Die Botschaften des Evangeliums sind auch noch heute hochaktuell - 500 Jahre nachdem Martin Luther mit seinen 95 Thesen die Reformation einleitete. Davon zeigte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm im tagesthemen-Interview überzeugt.

Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Vorsitzender, im Gespräch
tagesthemen 22:15 Uhr, 31.10.2016

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Themen mit politischer Relevanz

Die Botschaften befassten sich oft mit Themen und Nöten aus dem realen Leben, so Bedford-Strohm - etwa mit der Angst vor dem Tod und der Notwendigkeit, diese zu überwinden. Auch die Botschaft der Liebe stellte der EKD-Vorsitzende ins Zentrum, vor allem den Aufruf zur Nächstenliebe. "Das ist auch für das politische Leben relevant", sagte Bedford-Strohm mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Nächstenliebe bedeute, "es anderen zu ermöglichen, in Würde zu leben" und "den Schwachen beiseite zu stehen". Genau diese Werte hätten die vielen ehrenamtlichen Helfer in der Krisenzeit gelebt.

Kirche soll Trennung überwinden

Das sogenannte Lutherjahr soll aus Sicht von Bedford-Strohm aber auch für die Kirche Anlass geben, sich künftig stärker auf gemeinsame Werte zu besinnen. Es sei "das erste Mal in der Geschichte", dass das Reformationsjubiläum ökumenisch gefeiert werde, betonte Bedford-Strohm. Die Kirche müsse ihre Spaltung überwinden: "Es gibt keinen katholischen Christus, es gibt keinen evangelischen Christus." Statt die Trennung und Konkurrenz zu betonen, müsse das Gemeinsame im Vordergrund stehen - und beide Kirchen "haben den festen Willen dazu".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. Oktober 2016 um 22:15 Uhr.

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