Bund und Länder reformieren Pflegeausbildung Eine Ausbildung für alle

Stand: 16.04.2014 17:11 Uhr

Ein Mitarbeiter eines Alten-und Pflegeheims hält die Hand einer Bewohnerin.
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Angehende Pfleger sollen eine gemeinsame Ausbildung durchlaufen und sich danach für einen Schwerpunkt entscheiden.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen die Ausbildung im Pflegebereich reformieren und damit den Nachwuchsmangel in dem Bereich bekämpfen. Es bestehe Einigkeit, die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammenzufassen, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in Berlin.

Kostenlose generalistische Ausbildung

Die angehenden Pfleger sollen künftig eine kostenlose gemeinsame Ausbildung absolvieren, die in den Bundesländern einheitlich sein soll. Die angehenden Pfleger könnten dann je nach Fachgebiet spezialisierte Kenntnisse erwerben. Das heute oft fällige Schulgeld, das potenzielle Interessenten abschrecken könnte, solle entfallen.

Durch die Reform soll ein Wechsel in die unterschiedlichen Pflegebereiche erleichtert werden, wie Schwesig und Gesundheitsminister Hermann Gröhe erläuterten. Die bisherige Festlegung "Einmal Altenpfleger, immer Altenpfleger" solle der Vergangenheit angehören. Die Finanzierung soll noch in diesem Jahr geklärt werden. Am 21. Mai werde ein Finanzierungsgutachten vorliegen. Im nächsten Jahr solle das Gesetz dann auf den Weg gebracht werden.

Oppositionspolitiker begrüßten Teile der Reform. "Die Kostenfreiheit für alle Pflegeausbildungen ist überfällig", erklärte die Grünen-Pflegeexpertin Elisabeth Scharfenberg. Die Vereinheitlichung der Ausbildungen stößt jedoch auf Kritik. Individuelle Pflege benötige Spezialwissen, erklärte die Linkspartei-Abgeordnete Pia Zimmermann.

Krankhausfinanzierung: Bund lehnt Beteiligung ab

Bei dem Thema Krankenhausfinanzierung erteilte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Forderungen nach einer Beteiligung des Bundes eine Absage. Investitionen in die rund 2000 deutschen Kliniken müssten weiterhin von den Ländern übernommen werden, sagte Gröhe bei den Beratungen der Gesundheits- und Arbeitsminister der Länder.

Gröhe kündigte an, eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern werde ihre Arbeit am 26. Mai aufnehmen, um eine grundlegende Krankenhausreform zu erarbeiten. Bis Ende des Jahres müsse ein Konzept stehen, das 2015 als Gesetz umgesetzt werden solle.

Nach einhelliger Auffassung von Bund, Kliniken und Krankenkassen ist die Finanzierung der Kliniken unzureichend. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte daher gefordert, Bund und Länder müssten die Investitionen in Kliniken gemeinsam aus Steuermitteln übernehmen. Laut einer DKG-Umfrage von Ende vergangenen Jahres macht jede zweite Klinik Verluste.

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