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Im Fall der Mordserie mit insgesamt zehn Toten hat die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Ralf W. ist in der Neonazi-Szene Thüringens seit Jahren bekannt. Mit ihm sind nun insgesamt vier Mitglieder der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund in Untersuchungshaft.
Von Holger Schmidt, SWR
Ein Sondereinsatzkommando der Polizei Thüringens nahm den 36jährigen Ralf W. heute in den frühen Morgenstunden in Jena fest. Der Vorwurf gegen ihn ist gravierend: Er soll bei sechs Morden und einem versuchten Mord der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Beihilfe geleistet und den drei Haupttätern bei der Flucht geholfen haben.
Konkret geht es um den Vorwurf, dass W. im Jahr 2000 oder 2001 eine Schusswaffe mit Munition an die Gruppe geschickt und das Trio später finanziell unterstützt haben soll. In der Mitteilung der Bundesanwaltschaft heißt es dazu, W. habe billigend in Kauf genommen, dass die Waffe für rechtsextreme Morde verwendet werden könnte.
Ralf W. ist in der rechtsextremen Szene Thüringens seit Jahren eine bekannte Größe. Er war Mitglied der "Kameradschaft Jena", später Vizevorsitzender der NPD Thüringen. Und für die Ermittler dürfte besonders interessant sein, dass sein Schwager zeitweise eine Gaststätte im Heimatort der ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter gepachtet hatte.
Ralf W. soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Mit ihm wurde der dritte Unterstützer des NSU festgenommen.
Das Terrornetzwerk soll seit dem Jahr 2000 insgesamt zehn Menschen umgebracht haben. Die NSU war zunächst in Zwickau aktiv, die Morde und Anschläge fanden aber bundesweit statt, ohne dass der Verfassungsschutz davon gewusst haben will.
Die Hauptverdächtige Beate Z. sitzt in Untersuchungshaft. Ebenfalls in Haft sind der mutmaßliche Terrorhelfer Holger G. aus dem Raum Hannover und der in Brandenburg gefasste André E. Die beiden mutmaßlichen Mittäter von Z., Uwe M. und Uwe B., wurden am 4. November tot aufgefunden.
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