Der selbsternannte Druide Burghard B. | Bildquelle: Screenshot youtube

Rechtsextreme Gruppe Kein Terrorverdacht gegen Druiden

Stand: 21.08.2017 14:05 Uhr

Es ging um eine Gruppe rund um einen selbst ernannten Druiden: Nach den deutschlandweiten Razzien zu Jahresanfang bei mehreren Rechtsextremen haben die Ermittler keine Hinweise auf eine Terrorzelle gefunden. Eine rechtsextremistische Weltanschauung hingegen schon.

Bei den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen eine Gruppe mutmaßlicher Rechtsextremisten hat sich der Verdacht der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung nicht erhärtet. Es habe sich zwar die rechtsextremistische Weltanschauung der Beschuldigten bestätigt, aber die Ermittlungen hätten keine "hinreichenden Belege für eine organisatorische und strukturelle Verbundenheit" geliefert, teilte die Karlsruher Behörde mit. Ebenso wenig gebe es Anhaltspunkte dafür, dass - wie zunächst angenommen - Anschläge auf Juden, Muslime, Flüchtlinge und Polizisten geplant gewesen seien.

Im Fokus: der Druide

Im Januar waren bei Razzien in mehreren Bundesländern die Wohnungen von sechs Beschuldigten wegen des Verdachts durchsucht worden, dass sie sich zu einer rechtsextremistischen Vereinigung zusammengeschlossen hatten.

Es ging um eine Gruppe rund um einen selbst ernannten Druiden. Der Mann ist seit Jahren in der Szene bekannt - und ruft offen dazu auf, Juden und Muslime zu vernichten. Bei ihm gehen die Ermittler davon inzwischen aus, dass er in einer "verqueren Vorstellungswelt" gelebt habe. Der Mann befürchtete den Ermittlungen zufolge unter anderem "innerstaatliche Unruhen bis hin zum Ausbruch des dritten Weltkriegs". Er habe deshalb gemeinsam mit den übrigen Beschuldigten und weiteren Gleichgesinnten an einem "sicheren Rückzugsort in einer Art Wohngemeinschaft autark" leben wollen. Die Waffen und die Munition seien für den von ihm vermuteten "Krisenfall" beschafft worden.

Die Ermittlungen gegen ihn und weitere Beschuldigte wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz werden von den örtlich zuständigen Staatsanwaltschaft fortgeführt. B. befindet sich laut Bundesanwaltschaft weiterhin in Haft. Der Haftbefehl gegen einen im Januar ebenfalls festgenommenen zweiten Verdächtigen wurde demnach im März außer Vollzug gesetzt.

Über dieses Thema berichteten am 25. Januar 2017 die tagesschau um 20:00 Uhr, die tagesthemen um 22:15 Uhr und das nachtmagazin um 00:00 Uhr.

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