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29.05.2012

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Daten auf Festplatte sollen Neonazis überführen
Neu entdecktes Video enthält Hinweise

Daten auf Festplatte sollen Neonazis überführen

Im Zuge der öffentlichen Fahndung nach der Neonazi-Mordserie sind nach Angaben von Generalbundesanwalt Harald Range bislang 560 Hinweise aus der Bevölkerung bei den Behörden eingegangen. Range äußerte sich zugleich "sehr zuversichtlich", dass die der Zwickauer Terrorzelle zur Last gelegten Verbrechen aufgeklärt werden können.

Bei den Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen setzt die Bundesanwaltschaft auf die Auswertung einer Festplatte mit zwei älteren Bekennervideos. Rainer Griesbaum, Leiter der Terrorismusabteilung und Ranges Stellvertreter, erhofft sich Fahndungsfortschritte von der Computerfestplatte, die in dem ausgebrannten Haus der Gruppe gefunden und deren Dateien jetzt gerettet werden konnten.

Die gesicherten Versionen eines Bekennervideos ließen darauf schließen, dass das Trio spätestens seit 2001 den Namen "Nationalsozialistischer Untergrund" verwendet habe. Es seien 270 Gigabyte an Daten sichergestellt worden, so Griesbaum. "Lassen Sie uns das in Ruhe auswerten, bewerten und abgleichen," sagte er auf einer Pressekonferenz.

Bilder:

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Neu entdecktes Video noch aggressiver

Nach ersten Informationen stammen die beiden auf der Festplatte entdeckten Videos stammen vom 9. März und 28. Oktober 2001. Sie gelten als Vorläufer des später produzierten "Paulchen-Panther"-Terrorvideos, auf dem sich die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) unter anderem zu der bundesweiten Mordserie an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 bekannt hatte. Das neu entdeckte Video sei "deutlich aggressiver" gestaltet als der bereits bekannte Film, so Griesbaum. Das Paulchen-Panther-Motiv fehle, allerdings ende es mit dem Spruch der Fernsehserie: "Heute ist nicht alle Tage - wir kommen wieder, keine Frage!"

Das Video zeige ein Feld mit insgesamt 14 Schaltflächen, von denen noch neun frei waren. Es sei bislang nicht klar, ob insgesamt 14 Morde geplant gewesen seien. In fünf Sequenzen würden die bis dahin begangenen Morde dargestellt, anschließend werde jeweils der Name des Opfers eingeblendet, mit dem Zusatz: "...ist nun klar, wie ernst uns der Erhalt der deutschen Nation ist".

Die Terrorgruppe NSU soll von dem 1998 untergetauchten und zuletzt in Zwickau lebenden Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gegründet worden sein. Der Gruppe werden insgesamt zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge in Köln und eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. Mundlos und Böhnhardt nahmen sich nach derzeitigem Ermittlungsstand Anfang November das Leben, Zschäpe stellte sich der Polizei. Neben der 36-Jährigen sitzen mittlerweile auch vier mutmaßliche Unterstützer der Zelle in U-Haft.

Stand: 14.12.2011 17:48 Uhr
 

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