Chronik zum NSU: Rassistische Morde, staatliches Versagen

Hintergrund

Chronik zum NSU-Terror

Rassistische Mordserie, staatliches Versagen

Im Jahr 1998 tauchten drei Mitglieder der Zwickauer Terrorgruppe NSU ab, angeblich ohne Wissen des Verfassungsschutzes. Die Zelle soll zehn Menschen erschossen haben. Fast täglich werden neue Details der rechtsextremen Verbrechen und des staatlichen Versagens bekannt.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Bereits seit den 1990er-Jahren waren Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe in der Neonazi-Szene Thüringens aktiv. Sie gehörten zum Thüringer Heimatschutz (THS), einer Kameradschaft, die unter anderem Kontakte zur NPD pflegte. Die staatlichen Behörden hatten enge Kontakte zum THS, es gab Dutzende Mitglieder, die Informationen an den Verfassungsschutz oder andere Sicherheitsbehörden verkauften.

Erst im November 2011 flog der NSU auf, die rassistische Terrorserie wurde erst jetzt als solche erkannt, zuvor war in den Medien von "Döner-Morden" die Rede. Nach und nach wurde deutlich, wie die Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Medien beim Rechtsterrorismus geschlafen hatten. Seit Monaten wird die Terrorserie aufgearbeitet, bislang sind vier Untersuchungsausschüsse damit beschäftigt, mehrere Bücher wurden bereits zum NSU-Skandal veröffentlicht.

tagesschau.de hat die Entstehung des NSU sowie die Ereignisse seit dem Bekanntwerden der Terrorserie in einer Chronik zusammengefasst.

Stand: 27.08.2013 12:59 Uhr

Darstellung: