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Der PR-Berater und Kommunikationsexperte Klaus Kocks hat den Auftritt von Bundespräsident Wulff im ARD/ZDF-Interview als desaströs bezeichnet. "Wenn er sagt, er nimmt das Amt gerne wahr, hat er etwas grundsätzlich falsch verstanden", sagte er. Entscheidend sei nicht, ob Wulff Lust habe, Bundespräsident zu sein, sondern ob er dazu in der Lage sei. Dies sei seiner Ansicht nicht der Fall, sagte Kocks: "Wulff ist seinem Amt weder geistig noch moralisch gewachsen."
Wulff habe sympathisch und nett gewirkt. "Aber er hat versucht, den Grundsatz der Pressefreiheit zu verletzen und damit die Verfassung. Das kann er nicht ungeschehen machen, indem er es jetzt auch noch zugibt", sagte Kocks in Anspielung auf Wulffs Anrufe bei der Leitung von "Bild" und Axel-Springer-Verlag.
Dagegen wertete der Kommunikationsexperte Thomas Knipp das Gespräch als "Punktsieg". Der Bundespräsident habe damit "Boden gutgemacht", sagte er in den Tagesthemen. Wenn seine Agentur Wulff beraten würde, hätte er ihm geraten, früher Transparenz zu schaffen.
Dagegen sagte der Autor Hugo Müller-Vogg, der mit Wulff dessen Buch "Besser die Wahrheit" geschrieben hat, im ARD-Morgenmagazin, Wulff habe sich im Interview zwar entschuldigt, aber zugleich wieder die Schuld bei anderen gesucht. Müller-Vogg sieht nicht, dass Wulff hier ein Befreiungsschlag gelungen sei, dazu sei es zu spät gewesen. Wulff habe den Versuch einer "allerallerletzten Chance" unternommen, doch noch im Amt zu bleiben.
Der Rhetorikprofessor Joachim Knape bemängelte, dass Wulff kein Unrechtsbewusstsein gezeigt habe. "Ein oder zwei Fehler werden eingeräumt, aber auf die Stufe eines kleinen moralischen Versagens herabgestuft", kritisierte Knape. Der Kommunikationsexperte vergleicht Wulffs Taktik mit derjenigen von Karl-Theodor zu Guttenberg: Auch dieser habe zugegeben, nicht richtig gehandelt und Fehler gemacht zu haben, einen Betrug aber nie eingeräumt.

Bundespräsident Wulff hat im Interview mit ARD und ZDF einen Rücktritt abgelehnt und seine umstrittenen Kredite und Urlaubsreisen verteidigt. Gleichzeitig räumte er Fehler ein, vor allem seine Drohanrufe bei der "Bild". Was meinen Sie: War Wulff in dem Gespräch überzeugend?
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