Bundeskanzlerin Angela Merkel | Bildquelle: picture alliance / dpa

Übergriffe in Köln Merkel fordert "harte Antwort"

Stand: 05.01.2016 17:50 Uhr

"Widerwärtige Übergriffe" - Kanzlerin Merkel hat entsetzt auf die Kölner Übergriffe reagiert. Die Täter müssten schnell gefunden und bestraft werden. Ähnlich hatten sich zuvor mehrere Minister geäußert. NRW-Ministerpräsidentin Kraft sprach von einer "neuen Dimension" der Gewalt.

Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht hat sich Kanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, mit der ganzen Härte des Rechtsstaates auf die Übergriffe von Köln zu reagieren. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Schuldigen so schnell und so vollständig wie möglich zu ermitteln und ohne Ansehen ihrer Herkunft oder ihres Hintergrunds zu bestrafen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Merkel habe am Nachmittag mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker über die Vorgänge und die Ermittlungen gesprochen. Sie habe ihre Empörung "über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken" ausgedrückt, die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangten.

In der Silvesternacht soll es rund um den Hauptbahnhof und dem benachbarten Dom zu einer Serie von sexuellen Übergriffen gegen Frauen gekommen sein. Laut Polizei liegen mittlerweile 90 Strafanzeigen vor. Bislang haben die Ermittler aber keine genauen Kenntnisse über die mutmaßlichen Täter.

Bundesregierung verurteilt Übergriffe in Köln
tagesschau 20:00 Uhr, 05.01.2016, Ariane Reimers, ARD Berlin

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"Feige und abscheuliche Übergriffe"

Zuvor hatte schon Justizminister Heiko Maas einen besseren Schutz vor Gewalt in den Städten verlangt. "Die feigen und abscheulichen Übergriffe werden wir nicht hinnehmen", erklärte er. Es gehe offenbar "um eine völlig neue Dimension organisierter Kriminalität". Alle Täter müssten ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden: "Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen in unseren Städten blanker Gewalt schutzlos ausgeliefert sind."

Heiko Maas @HeikoMaas
Die abscheulichen Übergriffe auf Frauen werden wir nicht hinnehmen.
Alle Täter müssen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. #Silvester

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière verurteilte die Übergriffe als "abscheulich und nicht hinnehmbar". Allerdings dürfe die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an den Taten "nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden", erklärte de Maizière. Wichtig sei jetzt, die Täter konsequent zu ermitteln.

Die Vorfälle in Köln seien "widerwärtig und abscheulich", sagte auch Familienministerin Manuela Schwesig. Die Täter müssten schnell ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden - "egal welcher Herkunft und Religion sie sind".

"Niemals wegschauen"

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte, es dürfe keine rechtsfreien Räume geben - "ganz egal, ob hinter den Straftaten deutsche Staatsbürger, Ausländer oder Asylbewerber stecken". Der Staat dürfe "niemals wegschauen", wenn sich Frauen nicht mehr ohne Angst in Köln oder anderswo bewegen könnten, sagte die Grünen-Politikerin der "Thüringer Allgemeinen".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an. "Ich bin entsetzt über die Eskalation der Gewalt in der Silvesternacht in Köln. Für die Opfer, insbesondere die betroffenen Frauen, waren das schreckliche, zutiefst verstörende Erlebnisse", sagte die SPD-Politikerin dem WDR. Es handele sich um eine "neue Dimension" von Gewalt und sexuellen Übergriffen "durch Männer-Banden".

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